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Montag, Mai 16

[Photography] Bilder erzählen Geschichten

 Photography     Möchtest du etwas dazu sagen?   

Es gibt Momente in unserem Leben, die würden wir am liebsten hinter uns lassen und nie mehr an sie denken wollen. Manchmal ist uns das vergönnt, zu einem anderen Zeitpunkt wieder nicht. Bilder haben die Fähigkeit sowohl die schlechten, als auch die guten Erinnerungen einzufangen. Sie erzählen Geschichten. Und diese Geschichten wollen weiter erzählt werden. Diese Möglichkeit ergibt sich jedoch erst, wenn wir den Mut dazu finden, in die Vergangenheit zu reisen und unsere Momente zu teilen. Sie noch einmal Wirklichkeit werden zu lassen, damit die Erinnerungen weitergetragen werden können. Um aus Fehlern und richtigen Entscheidungen zu lernen.
Aber Bilder haben nicht nur die Kraft Geschichten zu erzählen. Sie motivieren auch, berühren und regen zum Nachdenken an. Wenn dir ein Bild ohne Worte begegnet, fragst du dich dann nicht auch was dahintersteckt? Wie es dazu kam, dass jemand genau diesen Augenblick festgehalten hat? Warum dieser Jemand es tat und wer es war? Du betrachtest dieses Bild und stellst dir all diese Fragen. Versuchst in die Szene einzutauchen, spürst die Luft an dem Tag und hörst die Geräusche. Vielleicht erkennst du etwas davon und behältst es für dich. In deiner Erinnerung.
Ich besitze ebenfalls Bilder mit einer Geschichte und behalte viele davon für mich, weil sie mir etwas bedeuten. Besonders sind. Manchmal verstehen andere Menschen dieses 'besondere' daran nicht. Es scheint doch nur verwackelt und stellt einen Felsen dar. Deswegen lächele ich meist nur in mich hinein und denke, wie recht sie doch haben. Doch aus meiner Sicht ist dieses Bild etwas besonderes!
Dann kommt es irgendwann zu der Entscheidung, zu teilen und meine Gefühle zu erklären. Ein einfacher Schritt für den Zuschauer, ein schwerer Schritt für den Photographen. Das Bild mit der 50er Markierung und den zwei Football-Bällen habe ich ausgewählt, weil ich einmal zum Cheerleaderteam gehörte. Leider nur für relativ kurze Zeit, aber diese Zeit war etwas besonderes. Ich konnte meine Leidenschaft für's Turnen endlich wieder ausleben. Außerdem war dieses Gefühl im 'TEAM' unbeschreiblich gut. Die Spiele fanden an sonnigen Tagen statt. Und trotz einiger verlorener Punkte herrschte eine super Stimmung. Weil wir gemeinsam auftraten. Weil wir über die Niederlage lachen konnten. Immerhin war alles 'nur ein Spiel'. Auch wenn wir dafür kämpften, irgendwann einmal besser zu sein und vielleicht an Meisterschaften teilzunehmen.
Es war ein Traum. Eine kurzzeitige Beschäftigung, bis alles vorbei war. Das ist der schlechte Teil dieser Erinnerung. Dass es aufhörte, weil dieses 'Team' keine gemeinsame Zukunft fand. Was allerdings auch ziemlich schwer ist, wenn alle aus verschiedenen Orten kommen und zur Schule, Arbeit oder Uni gehen. Das Leben wirft uns manchmal diese Steine in den Weg. Deshalb dürfen wir nicht aufhören zu träumen. Denn wenn wir das tun, können wir nicht mehr den glücklichen Seiten mancher Erinnerungen gedenken und sehen nur noch das schlechte darin. Natürlich schmerzt es irgendwie, dass ich den Sport aufgeben musste. Aber so hätte ich niemals meinen weiteren Weg gefunden. Es gibt mehr als die Vergangenheit in Bildern. Machen wir diese Vergangenheit zu unserer Zukunft!

Foto: (c) Jacqueline Steffens | durchgebloggt

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[Photography] Bilder erzählen Geschichten

Samstag, Mai 7

✒ [Rezi] Ghostsitter - Vorsicht! Poltergeist! | Tommy Krappweis

 5 Schriftrollen, Egmont, Rezensionen, Schneiderbuch, Tommy Krappweis     Möchtest du etwas dazu sagen?   


Tommy Krappweis | Gebunden 9,99€ | 256 Seiten | Schneiderbuch Egmont | In mein Regal!



Tom hat von seinem Onkel nicht nur eine saucoole Geisterbahn geerbt, sondern mit ihr zusammen auch einen Haufen waschechter Geister. Vampir Vlarad, Werwolf Welf, Zombie Wombie, Mumie Hop-Tep und Geistermädchen Mimi halten den Vierzehnjährigen ganz schön auf Trab. Wenn in einer Vollmondnacht Welf unbedingt meint, ausbüxen zu müssen, und Vlarad sich ausgerechnet ein superfieses Stinktier für seine Blutdosis aussucht, zu dem er mutiert, und die ganze Geisterbahn vollmieft, ist Tom schon mal der Verzweiflung nah. Als es dann neuerdings nachts ständig rumpelt, rasselt und seufzt und ein mysteriöser Schatten mehrmals hintereinander gesichtet wird, ist das Chaos komplett. Anscheinend können auch Geister Angst vor Geistern haben! Und eine abgefahrene Geisterjagd der anderen Art nimmt seinen Lauf …


Eine geisterhafte Reise in vergangene Geheimnisse!
 


Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie ich der Fortsetzung dieses Abenteuers entgegenfieberte und das Buch, als es dann endlich da war, sofort in eine Umarmung riss. Der Einband wurde natürlich liebevoll gestreichelt, das Cover ist mal wieder phenomenal und zum Anbeißen! Es sieht fast so aus, als könnte es im Dunkeln leuchten, was für ein Kinderbuch sicher ein absolutes Highlight wäre.
Kennt ihr die Charaktere schon, habt ihr sie bestimmt auch schon toootaal dolle vermisst. Ich finde es erstaunlich, wie sehr sich Vlarad der Vampir, Welf der Werwolf, Hop Tep die Mumie und Wombie der Zombie voneinander unterscheiden und doch so eng zusammengeschweißt sind. Auch Mimi der Geist und Tom als Mensch tragen etwas zu der Gruppe hinzu und zeigen, wie stark die Freundschaft der Untoten sein kann.
Die Thematik 'Poltergeist' ist passend zum Fahrgeschäft der Protagonisten und der Atmosphäre im saarländischen Ort, welcher eine interessante Sage bereit hält. Ob sie wahr ist oder alles nur eine Lüge? Genau das versuchen Tom und seine Freunde herauszufinden und begeben sich in gefährliche Situationen, um auch ihre Ängste zu überwinden und die Rästel aufzudecken. Das viele Drumherum bindet sich mal wieder stark an den Hauptstrang der Geschichte und ohne einige Patzer und Lachgeschehen könnte so eine fantastische Kulisse auch kaum bestehen.

"... Keiner von uns kann dich umarmen. Aber wenn du die Augen schließt und an uns denkst,
was fühlst du dann?" Mimi schloss die Augen. Dann lächelte sie glücklich und flüsterte: "Familie." (S. 179)

Einige Beschreibungen enthält das Buch allerdings, die Kinder meiner Meinung nach noch gar nicht verstehen können. Dabei sind gewisse Insider, die für mich als Kennerin hingegen absolut mein Nerdherz erobern konnten. Anspielungen auf Personen aus dem realen Leben. Die Erwähnung von Star Trek... Und dann diese typischen Angewohnheiten der Untoten, welche immer mit gruseligen Effekten versehen sind. Wieso müssen Vampire denn gleich Särge mögen oder Zombies gern unter der Erde wie auf Friedhofsgelände wandeln? In diesem Falle bedeutet solch ein Ort allerdings Zuhause, denn der 'Happy Place' weckt bei so manchem zwar ein mulmiges Gefühl, ist aber eine Zuflucht für jeden, der Hilfe braucht.
Die Liebe zum Detail zeigt sich also nicht nur im Geschriebenen, sondern auch im Gestalterischen. Wenn allein schon das Cover viele Einzelheiten aufweist, gibt es zwischen den Seiten ebenfalls einige weitere Augenweiden zu entdecken. An den Ecken zum Beispiel sind immer kleine Totenköpfe und Fledermäuse abgebildet und über jedem Kapitel gibt es eine geniale Zeichnung!

Liebevoll, kreativ, unterhaltsam, Bauchkrämpfe verursachend (vor Lachen natürlich) und sentimental. Dieses Buch würde ich mir auch zehnmal ins Regal stellen und noch nicht genug davon bekommen! Jede halbwegs alberne und lebenslustige Seele sollte sich auf eine Fahrt in die Schreckensfahrt begeben. Wer hat denn gesagt, dass es leicht wird? Gerade die Hindernisse auf der Entdeckungstour machen doch die spaßige Herausforderung aus.

Vielen lieben Dank an Verlag und Autor!
Und wer immer noch nicht genug hat...
...schaut einfach im Oktober nochmal rein!
Denn dann feiert ein Untoter eine zombiötastische Party.


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✒ [Rezi] Ghostsitter - Vorsicht! Poltergeist! | Tommy Krappweis

Freitag, Mai 6

[Blogtour] Jamil - Zerrissene Seele | Charakterinterview

 Blogtour, Farina de Waard     26 Kommentare   


Herzlich Willkommen zu einer feurigen Blogtour! Wenn ihr Farina de Waard und ihr Buch Jamil bereits verfolgt, habt ihr schon einiges über das Buch erfahren können. Gestern bereitete euch selectionbooks auf die Begegnung mit Azrael vor, denn heute möchte ich euch die Protagonisten und Antagonisten in einem gemeinsamen Interview etwas näher bringen. Wenn ihr wissen wollt, wie ich das Buch bewertet habe, schaut einfach mal in meiner Rezension nach, aber denkt immer daran, dass diese meine eigene Meinung wiedergibt.

Heute sind Ashanee, Jamil und Azrael zu Gast! Sie sind sehr außergewöhnliche Charaktere mit besonderen Fähigkeiten: Erstere besitzt die Gabe mit dem Herzen zu sehen, nächster stellt sich hoffnungslosen Situationen mit viel Willenskraft entgegen und letzterer... ist ein elender Feuerteufel, der nicht immer sofort den Mund aufmachen sollte, um seine hinterlistigen Pläne anderen Figuren einzuflüstern. Nichts gegen seine Klugheit, aber manchmal überreizt er die Dinge etwas. Was genau ihre Geheimnisse und tiefsten Gedanken sind, wollen wir heute versuchen herauszufinden.
An dieser Stelle erst einmal vielen Dank, dass ihr drei mir ein paar Fragen beantworten wollt. Ich bitte euch, während des Interviews niemanden zu verletzen oder Leser anzuzünden. *besonders scharfer Blick gen Azrael* Wenn ihr dann soweit seid, würde ich gerne mit dir anfangen, Asha.


Nun, Ashanee, wie hast du dich gefühlt, als du das erste Mal von der Ankunft der Fremden hörtest?
Asha: "Ich weiß nicht genau, ob Angst der richtige Ausdruck ist... Ich war auch neugierig und aufgeregt. Ich hatte noch nie andere Menschen gesehen als meine Leute."

Dann lebt ihr also mehr unter euch? Jamil, es muss schwierig gewesen sein, sich an eine neue Kultur anzupassen.

Asha: "Ja genau, es gibt noch andere Dörfer wie unseres, aber wir sind das neueste, auch wenn wir schon seit 3 Generationen hier leben. Ich war bisher nur einmal in einem der anderen Dörfer, doch im Grunde genommen war es genau gleich."

Jamil: (schnaubt) "Dazu kamen wir ja gar nicht, das wurde erfolgreich verhindert."

Von Azrael, richtig? Wie war es für dich, an Jamil und zuvor an Ituho gebunden zu sein? Warum hast du dir ausgerechnet ihn ausgesucht, wenn doch so viele andere an den Hara-Baum gekommen sind, die du dir hättest nehmen können?

Azrael: (fegt mit der Hand durch die Luft) "Das war NICHT geplant! Ich wollte nur sehen, was für eine Kraft da an dem Baum herrschte... Und dann war es ein Geist, der genaue Gegensatz eines Dämons! Zuerst dachte ich, er wäre schwach und ich könnte ihn besiegen. Aber in dem Baum steckte eine enorme Kraft! Ich kam nicht mehr weg... Und Jamil hier war die erste und wohl einzige Möglichkeit, wieder frei zu sein."

(*ernster Blick ins Publikum* Eine derbe Niederlage für den Dämon, das zuzugeben...)

Und du kannst wirklich jederzeit die Gedanken von Jamil hören und seine Gefühle spüren? Ist das zu Zeiten nicht etwas... unangenehm?

Jamil: "Oh ja, ich finde das absolut unangenehm!"

Azrael: (seufzt) "Jetzt reg dich nicht auf. Ich höre dir gar nicht immer... Nur sehr ... Oft. Manchmal, wenn ich mich anstrengen musste, sind seine Gedanken sehr verschwommen... (Grinst) Oder auch dann, wenn ICH die Kontrolle übernehme."

Vielleicht sollten wir einmal fragen, was Ashanee davon hält. Immerhin ist sie sehr oft mit euch beiden zusammen (hört auf zu streiten!) Es muss seltsam sein, eine quasi Doppelbeziehung zu führen. Hast du keine Angst, dass Jamil ... Azrael dich wieder verletzen könnte?
Asha:"Das... Das ist seltsam, so direkt danach gefragt zu werden. Das klingt ja so, als wären wir ein Trio... Als führten wir eine Dreierbeziehung. Aber um das klarzustellen: der Dämon ist NICHT Jamil und er ist nur eine Anhaftung an Jamils Seele. Es... Der Dämon wird mich nicht mehr verletzen, ich bin mir sicher, das Jamil das nicht mehr zulässt."

Jamil: "Ich will gar nicht daran erinnert werden, was Azrael angerichtet hat... Was er anrichten könnte."

Azrael: "Na, immerhin habe ich Jamil das Leben gerettet."

Jamil: "Und mich dann ausgenutzt und deine Ziele geäußert... Dass du meine Seele übernehmen willst."

Azrael: (schmunzelt) "Ach komm schon, so schlimm wäre das gar nicht. Du hättest die unbegrenzte Macht des Feuers in deinem Körper strömen."

Jamil: "Die du nutzen würdest, um alles zu verbrennen. Nein, dazu lasse ich es nicht kommen. Ich werde keine Ungerechtigkeit mehr ertragen... Nicht mehr tatenlos zusehen."
 
*dezent räusper* Jeder von uns hat wohl seine dunklen Seiten. Und einige auch ihre Guten. (*Blick zu Azrael* Wag es nicht zu leugnen!) Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Werdet ihr euch eher im Hintergrund halten oder euch das nächste Mal früher in Angelegenheiten mischen, die außer Kontrolle geraten und Leben gefährden könnten?

Asha: "Das sehe ich genauso! Ich muss in Zukunft schneller eingreifen und meine Freunde beschützen... Ich ... (Blickt gequält zu Jamil rüber) manchmal frage ich mich, ob es nicht ein Fehler war... Jamil zu helfen. Ich liebe ihn... Aber das hat alles in Gang gesetzt."

Jamil: "Das... Es tut mir leid, dass du das so siehst, Asha. Aber du weißt, wie sehr ich leben wollte! Ich habe darum gekämpft und ich bin dir unendlich dankbar, dass du deine Furcht vor Azrael überwunden hast."

Asha: (nimmt zögerlich seine Hand und starrt auf die glühenden Adern darauf) "Du hast recht... Es ist nicht deine Schuld... Sondern die von deinem Dämon."



Was wäre ein besseres Ende für ein Interview, als eine Versöhnung... Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Ich hoffe, dass euer weiterer Weg keine allzu dunklen Abgründe bereit hält. Wenn Azrael sich nicht benimmt, schüttet ihm einfach einen Eimer eiskaltem Wasser über den Kopf, dann wird er schon verdampfen... eeh wieder abkühlen!
Wenn ihr noch mehr über Jamil und seine Welt erfahren möchtet, bleibt dran und schleicht euch in den nächsten Beitrag der Blogtour. Denn morgen geht es bei gwynnys-lesezauber mit einem Autoreninterview weiter. Vielleicht verrät uns Farina ja noch ein paar Insider...

GEWINNSPIEL


In jedem Beitrag wird es eine Frage geben. Beantwortet ihr diese, könnt ihr jeweils ein weiteres Los sammeln.

Gewinnspielregeln:
  • Du bist über 18 Jahre alt oder hast die Erlaubnis deiner Eltern.
  • Du solltest einen Sitz in Deutschland, Schweiz oder Österreich haben.
  • Nach Ablauf des Gewinnspiels können wir dir im Falle des Gewinns eine Email senden. Hierfür musst du uns deine E-Mail-Adresse hinterlassen.
  • Wir übernehmen keine Haftung und es gibt keinen Ersatz falls das Paket verloren geht.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.
  • Das Gewinnspiel geht bis zum 08.05 um 23:59 Uhr und die Auslosung ist am 09.05.

Und hier meine Tagesfrage: Welches Ziel verfolgt Azrael?


Alle Tourstationen & Themen

Buchvorstellung | Eine Leidenschaft für Bücher
Schamenen oder Seherin - der Stellenwert | Ivys Kleine Wunderwelt
Das Geheimnis des Baums | Eine Bücherwelt
Die beiden Völker | Bücherleser
Azreal - der Dämon | Selection Books
Protagonisteninterview
Autoreninterview | http://gwynnys-lesezauber.blogspot.de/w


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[Blogtour] Jamil - Zerrissene Seele | Charakterinterview

Samstag, April 30

☽ Lesenacht | In eine andere Zeit

 Lesenacht     Möchtest du etwas dazu sagen?   



Meine Damen und Herren, machen Sie es sich bequem und genießen Sie die Vorstellung. Heute Abend möchten wir Ihnen eine atemberaubende Geschichte erzählen! Arthur Conan-Doyle, Jane Austen, Edgar Allan Poe... Sie alle waren großartige Schriftsteller und herrschten über ihre Zeit. Reisen wir für ein paar Stunden zurück und widmen uns ihrer geschriebenen Worte. Das Spektakel beginnt um 18 Uhr und endet gegen 23 Uhr. Eine Einladung für die Aftershow wird hiermit ebenfalls ausgesprochen. Über die neumodische Erfindung Twitter können Sie mit #klassischlesen teilnehmen. Wenn Fragen und Aufgaben ausführlicher beantwortet werden möchten, können Sie diese wie immer auch in Ihren eigenen Blog kritzeln. Allerdings wäre eine kleine Kundgebung der Örtlichkeit dann von Nutzen. (Einfach kurz in einem Kommentar verlinken und ich finde euch.) Die Thematik des heutigen Abends stellt die Bedingung, dass ausschließlich Klassiker gelesen werden dürfen und keine Theaterstücke wie von Shakespeare. Beehren Sie uns mit Ihrer Anwesenheit und lassen Sie sich entführen... in eine andere Zeit!

#klassischlesen-Tweets

Fragen & Aufgaben
18:00 Uhr: Was fasziniert dich an 'alten Geschichten' und in welche Zeit reist du am liebsten?
19:30 Uhr: Würdest du einige Gepflogenheiten von früher in die heutigen Umstände einfügen wollen?
(Gesetze, Traditionen, Mode, ...)
20:30 Uhr: Du lebst in deiner Lektüre. Welche Rolle nimmst du ein?
22:00 Uhr: Lang vs kurz! Zitiere den kürzesten und längsten Satz auf der aktuellen Seite.

23:00 Uhr


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☽ Lesenacht | In eine andere Zeit

Mittwoch, April 27

Spontaner Comickauf? Kann ich!

 Neuzugänge     Möchtest du etwas dazu sagen?   



Eine scheinbar harmlose Frage auf Twitter. Nach euren Comictipps. Wenige Klicks später und WOAH! Einfach mal 75€ für wahre Liebe ausgegeben... Und immer noch die Frage nach dem 'Wieso'. Wenn ihr ein Nerdherz habt, werdet ihr mich sofort verstehen. Außerdem räume ich zur Zeit immer noch fleißig alte (ungelesene) Bücher aus meinem Regal heraus, um 'Platz zu schaffen'. Für neues. Höhö! Nun denn, eine kurze Zusammenfassung zu den zugelegten Schätzen und Beweggründen soll euch nicht verborgen bleiben. Heute Mittag habe ich noch auf den Statusbalken der Versendung geschaut und keine Minute und ein Blick aus dem Fenster später hielt auch schon der Postwagen vor dem Haus. Was für eine glückliche Fügung.

Flash sah ich zum ersten Mal im TV als Serie und war sofort gefangen, da es sich natürlich um Superheldenkram handelt. Fleißige Mitverfolger wissen, dass die neue Staffel allerdings ziemlich spät gesendet wird (und das Nachschauen besteht aus einer einzigen Ruckelei), weshalb ich den schnellen Blitz leider nicht weiter verfolge. Zumindest in bewegten Bildern. Bleiben immer noch die Comics! Hier konnte ich mich jedoch nicht zwischen der alten und der neuen Serie entscheiden, sodass ich mir gleich beide zugelegt habe. Der Zeichner Francis Manapul (alte Comicserie) wurde mir zudem sehr ans Herz gelegt.

Mein allererster Comic war übrigens Arrow! Die ersten vier neuen Bände, auch zur Serie. (Asterix & Obelix zählt nicht...)

Ravermoon wurde mir von jemandem empfohlen und sagt mir tatsächlich überhaupt nichts. Ehrlich gesagt war das sogar ein spontaner Coverkauf. Gebunden ist dieses Stück ein ganz schöner Happen im Großformat und überragt die anderen Hefte um einiges. Aber so hübsch!! Und ein erster Blick macht auch schon neugierig. Nur die Seitenzahl finde ich etwas happig. Es ist doch deutlich dünner, als alles drumherum.

Doctor Who war bei der Qual der Wahl ein absolutes Muss für mich! Zuerst nur im Fernsehen, jetzt auf Papier. Wie abgefahren nerdie ist das denn bitte? Und da ich immer überall mal durchblättern muss... Kaum die erste Seite aufgeschlagen und eine fliegende TARDIS entdeckt, muss ich auch schon lauthals anfangen die Titelmelodie herauszugröhlen. Ich freue mich sehr, sehr und nochmal mehr auf dieses Abenteuer mit dem zehnten Doctor.

SAGA ... Dies ist der erste Band von eeh einigen weiteren, soweit ich weiß. Ich habe fast einen Schrecken bekommen, zuerst beim Preis, dann beim Anblick des Hardcover Umschlages und schließlich der Dicke. Das ist schon fast ein ganzes Buch! Nur mit Bildern. Dieses Schmuckstück entdeckte ich früher mal auf einigen Seiten und konnte es mir nun nicht mehr verkneifen. Trotzdem bleibt der Preis mit 22€ an der Spitze.


Welche Comicfavouriten habt ihr?


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Spontaner Comickauf? Kann ich!

Samstag, April 23

Lesen macht stark! Wie Alphabethen gegen Vorurteile kämpfen

 1 Kommentar   



Im Leben eines Lesers gibt es viele störende Dinge. Da wären zum Beispiel Menschen, die uns nicht verstehen. Ihre ständigen, unlogisch aneinander gereihten Worte. Satz für Satz dieses Gerede über blablabla... Zu schmerzvoll, um es jetzt wiederzugeben. Doch was nützt es, sich davor zu verstecken? Lasst uns nun einmal tief Luft holen, die Augen schließen und ganz fest an Peter Pan denken. Warum Peter und nicht Tinkerbell? Ihr wollt mir doch wohl nicht erzählen, dass ihr Feenstaub erzeugen könnt! Vielleicht etwas Glitzer, wenn ihr ein Einhorn gestreichelt habt, doch das lässt euch wohl kaum abheben. Nun gut, weiter im Bilde. Wir wollen fliegen. Fliegen über Seen, Berge und Täler. Städte, die funkelnd unter uns liegen und DIE WELTHERRSCHAFT AN UNS REIßEN!
Was fällt den Leuten eigentlich ein, so mit uns umzuspringen?! Ihre Nasen zwischen unsere geborgenen Welten zu stecken und dann auch noch hinein zu niesen... Den Schnodder kriegt doch keiner mehr ab!? Was wir uns nicht alles anhören müssen von diesen Nichtlesern, Analphabethen und Schriftverachtern. Seht her, gegen welche Vorurteile wir heute kämpfen müssen:

Nr.1: Wer liest, trägt eine Brille und ist schlau
/ Wer eine Brille trägt, ist schlau und liest!
Oder auch "Die da hat die Augen schlecht, weil sie heimlich im Dunkeln gelesen hat." Wer hat sich denn nach dem Schlafengehen als Kind nicht gerne heimlich mit einer Taschenlampe unter die Bettdecke verkrochen? Aber genau deswegen sollen die Augen aller heute lesenden Brillenträger schlecht geworden sein? Ich könnte viele andere Gründe aufzählen, wie zum Beispiel Smartphones, Computer...

Nr. 2: Gute Rechtschreibung (durch lesen) fördert die neunmalkluge Seite des Gehirns.
- Wer viel liest, ist gut in der Schule (ein Streber).
Stimmt! Wer viel liest, eignet sich dadurch nicht nur rechtschreibliches sondern auch allerwelt Wissen an. Aber ist das unbedingt so schlecht? Früher war das vielleicht einmal so. Heute sind wir da um einiges offener und wollen sogar, dass unsere Kinder zu der Eliteeinheit der Zukunft gehören. Traurig, aber wahr. Denn erzwungenes Wissen bleibt meist nicht lange erhalten. Lesen wir dafür mehr in der Freizeit (auch wenn es 'nur' Fantasy und kein Sachbuch ist), so eignen wir uns genauso die Fähigkeit an, mit Menschen umzugehen. Denn die verschiedenen Szenarien bereiten uns auf mögliche Realitäten und die darauf folgenden Reaktionen vor.

Nr. 3: Echte Kerle lesen nicht!
Echte Kerle weinen auch nicht oder sterben fast an einer Erkältung. Fragt man sie (wahlweise in einer Gruppe), ob sie schonmal ein Buch in der Hand hatten, streiten sie es verhemend ab. Trifft man sie alleine an, ist die Angelegenheit schon wieder eine ganz andere. Von außen hart und innen weich. Das ist ihre Strategie. Allerdings sehe ich auch kaum männliche Buchkandidaten im öffentlichen Raum wie Bus und Bahn. Woran das nur liegt? Vielleicht sollten wir ihnen endlich mal verraten, dass die Mädels in Scharen ankommen würden, hätten sie die Nase zwischen den Seiten versteckt.

Nr. 4: Alle Vielleser werden später Professor in Universumswissenschaften!
- berufen auf Nr. 2
Das angeeignete Wissen möchte natürlich auch genutzt werden. Also wieso nicht ein paar Physik- und Philosophiekurse belegen? Dazu noch Astronomie, Mythologie, Muggelkunde, Rechtswissenschaften, Verteidigung gegen die dunklen Künste... So ein Streber kann nie genug bekommen. Es liest ja auch niemand einfach so aus Spaß!

Nr. 5: Frauen lesen Schnulzen und Erwachsene keine Kinderbücher.
Falsch und Falsch! Ich bin eine Frau (zumindest konnte man es mir bei der Geburt biologisch nachweisen), kann Liebesromane nicht ausstehen und liebe dafür Kinderbücher. Meiner Meinung nach sind viele Beziehungsdramen viel zu offensichtlich ausgespielt und beinhalten meist einen ähnlichen Ablauf. Laaangweilig... Natürlich mache ich auch mal ausnahmen, wenn die Szenen einzigartig gut formuliert sind und auch richtigen Kontent rüberbringen und nicht nur Knutscherei und Kitsch. Ich möchte beim Lesen gerne einer Story folgen! Hingegen ist ein Kinderbuch für mich zwischendurch ein wahrer Seelenheiler und bringt mich schonmal zum Lachen. So schön bunt und sorgenfrei.

Nr. 6: E-books an die Macht - nieder mit dem Papierformat!
E-books sind häufig um einiges billiger (oder täusche ich mich und sie werden mit der Zeit doch wieder teurer?) und sollen sogar die Umwelt schonen? Ob Bäume deswegen abgeholzt oder Atomkraftwerke gebaut werden, macht da doch kaum einen Unterschied mehr. Aber mal ehrlich, habt ihr nicht auch lieber etwas in den Händen, was ihr nicht immer wieder neu aufladen müsst? Natürlich digitalisiert sich die Zeit immer mehr und auch in den Schulen gibt es schon elektronische Arbeitsbücher. Recherche läuft somit auch viel schneller. Doch für das richtige Gefühl brauche ich ein Buch aus Papier! Denn ich lese, um abzuschalten, zu genießen und nicht gehetzt durch die Seiten zu switchen.

Nr. 7: Leser sind langweilig.
Die hat doch immer nur ein Buch in der Hand. Auf 'ne Party einladen? Nee, als ob der mal rausgehen würde... Wenn es nach unseren Rivalen geht, sitzen wir den ganzen lieben Tag lang nur da und starren einen toten Baum an. Immer noch besser als einen leuchtenden Monitor oder? Und wozu haben wir denn die LESEPARTY, he!? Wir Buchhasen wissen uns schon selbst zu bespaßen und brauchen keine alttraditionellen Bling-Bling-Ich-bin-besser-als-du-Schmink-Anzieh-Laber-Challenges. Langeweile bedeutet nämlich, kein Buch zu haben. Also denkt mal darüber nach, wer in Wirklichkeit die Langweiler sind xxxx-Challenger.

Nr. 8: Harry Potter ist toll. Game of Thrones ist super. Herr der Ringe ist fantastisch.
Außerdem ist ein Film zum Buch hyperuniversal!
Ich muss doch nicht alles gut finden, was von den Medien gehypt wird. Sei es auch "nur" wegen einer Verfilmung. Viele Buchverfilmungen sind ein großer Flop geworden, aber da es heute fast nur noch Buchverfilmungen zu geben scheint, haben die Macher einiges in der Produktion gelernt. Harry Potter ist schon etwas älter und wird in Schriftform heute immer weniger von Neuentdeckern angerührt, als auf dem Bildschirm. Sagt doch einfach, dass wir 'alte' Leser werden, die ihre Geschichten lieben und auch gerne mal nach vergangenen Jahren unangerührte Seiten wieder hervorkramen. Vielleicht magst du ja die Reisen durch Mittelerde und Winterfell, aber das gute London imponiert mir mehr. Also bitte gehe du deiner Wege, damit ich wieder Ruhe in meiner TARDIS habe.

Wir Leser haben allerdings ein viel stärkeres Urteil gegen die Nichtleser:
Ihr seid doch alle Muggel!!


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Lesen macht stark! Wie Alphabethen gegen Vorurteile kämpfen

Donnerstag, April 21

Wanderbuch | Ghostsitter 01

 Tommy Krappweis, Wanderbuch     15 Kommentare   


Es wird Zeit, das Buch an Mann, Frau oder Kind zu bringen! Tatsächlich bin ich sehr gespannt, was verschiedene Altersgruppen zu diesem Werk sagen. Ich selbst wurde durch "Mara und der Feuerbringer" ein Tommy Krappweis Anhänger, obwohl ich vorher mit "Bernd das Brot" überhaupt nichts anfangen konnte. Doch Tommy scheint als Comedian, Musiker, Filmemacher, Autor und und und ein Meister der Veränderung und Anpassung zu sein. Denn nun geht es ausnahmsweise mal um ein Kinderbuch. "Ghostsitter" heißt das gute Stück, welches 2015 erschien und mich mit zwanzig Jahren noch schwer beeindruckt hat. Wenn ihr mehr über meine Meinung und zur Thematik des Buches wissen möchtet, schaut einfach in der Rezension vorbei. Doch zuerst...

Was ist ein Wanderbuch überhaupt?
Ein Wanderbuch ist ein Buch, welches sich auf die Reise zu verschiedenen Lesern macht. Man kann es entweder irgendwo liegen lassen, wo es von jemandem gefunden und aufgenommen wird oder es wird eine organisierte Runde abgehalten, in der man immer weiß, wo sich das Buch gerade befindet. So kommen fremde Menschen auch dazu, sich untereinander über die Geschichte auszutauschen. 

Wer darf mitmachen?
Jeder, der das Buch sorgsam behandelt, an den nächsten Teilnehmer weiterschickt und eine Sendeadresse innerhalb von Deutschland besitzt. Das Wie erledigt sich, indem ihr ganz einfach ein lautes ICH WILL und eine Kontaktmöglichkeit in die Kommentare schreibt, damit die Adressen ausgetauscht werden können. Diese werden natürlich von allen Teilnehmern vertraulich behandelt!

Somit wäre die Frage nach einer organisierten Runde auch schon geklärt, damit das Buch nicht verloren geht. Starten wird das ganze, wenn sich mindestens fünf und maximal acht Leser gefunden haben. Alle haben dann zwei Wochen Zeit, um das Buch zu lesen und an den nächsten weiterzuschicken, was aufgrund des Seitenhäppchens keine allzu große Schwierigkeit darstellen sollte. Eine Besonderheit bei diesem Wanderbuch wird noch sein, dass wir alle nach Lust und Laune unsere Gedanken zum Text an den Rand kritzeln dürfen!

Lasst das Gruseln beginnen...


Mutige Abenteurer:
Julia S.
Ella
Lila Gustav
Steffi (Twitter)
Vanessa
Recana
Celina



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Wanderbuch | Ghostsitter 01

Dienstag, April 19

Todgeweihte lieben nicht | Short story

 Short story     Möchtest du etwas dazu sagen?   


Als ich die Holzstufen auf das Podest hinaufgestiegen bin, hätte ich mir nicht erträumen können, was mich hier oben erwarten würde. Natürlich wusste ich, dass der Tod schon gierig grinsend seine Arme nach mir ausbreitete. Doch auf ihn war ich nicht vorbereitet. Die Wächter schoben mich voran, bis ich in der Mitte stand, genau unter dem Balken. Dann drückten sie mich unsanft auf die Knie, weil es von ihnen erfordert wird. Aber ich weiß genau, dass es ihnen leid tut. Immerhin haben die meisten von ihnen eine Familie, die sie ernähren und beschützen müssen und denen sie niemals ein solches Urteil wünschten. Vielleicht würden sie sogar alles dafür tun, um es zu verhindern, nur um selbst dem Wort des schwarzen Richters zu unterliegen. Doch der harte Boden unter mir spricht etwas anderes. Hätten sie mich nicht gerettet, wenn es so wäre?
Mein Schicksal ist besiegelt und mein Herz wartet schon auf seinen allerletzten Schlag, meine Lungen auf den allerletzten Atemzug. Die Wächter weichen nicht von meiner Seite, während der Richter verliest, weshalb ich hier bin. Mutig und die letzte Würde behaltend, die sie mir nicht wagen zu nehmen, sehe ich in die Menge vor mir, erblicke die hasserfüllten, aber auch ängstlichen und traurigen Gesichter. Sie können mir nicht mehr helfen. Keiner von ihnen. Dafür ist es schon zu spät. Die anklagende Verkündung verklingt in meinen Ohren zu einem monotonen Brummen im Hintergrund. Warum sollte es noch wichtig sein, dass ich mir das anhöre? Bis die letzten Worte sich um mich herum verlieren, erhebt sich immer lauter werdendes Gemurmel aus der Menge und entsetzte Mienen treten auf. Was hat er gesagt? Vielleicht glauben die Menschen nicht, was ich vollbracht haben soll. Vielleicht glauben sie allmählich, dass die Herrschaft eine elende Lüge ist und erkennen endlich die Wahrheit hinter all den gütigen Taten, welche uns mit Huldigungen locken.
Nun bin ich ebenfalls darauf hereingefallen, wie alle anderen auch. Die Sekunden ziehen an mir vorüber. Alles wird zu einer unwirklichen Malerei vor meinen Augen, welche sich das Leben zu nennen wagt.
Und bevor sie mir das schwarze Tuch über den Kopf stülpen, streift mein Blick seine Gestalt. Er hat sich verändert seit dem letzten Mal, aber ich erkenne ihn trotzdem wieder. Das wüstenblonde Haar. Die bronzene Haut. Sogar das besorgte Grün seiner Augen meine ich auf die Entfernung erkennen zu können und schließe es in meine Erinnerung mit ein. Auch wenn sie nicht lange währen wird. Denn die Zeit rennt. Wenn ich den Richter doch nur von meiner Unschuld überzeugen könnte.
Es wird dunkel um mich herum. Der Stoff kratzt über mein Gesicht und Angst greift nach mir wie die Finsternis der tiefen See. Jedoch längst nicht so ruhig, sondern aufwühlend, wie bei einem Sturm. Herzklopfen lässt meinen Körper erzittern und ... Nein! Nein, sage ich mir. Du hast es bis hierher geschafft, nun wirst du auch noch bis zum Schluss weiterkämpfen. Also balle ich die Hände zu Fäusten, beruhige mich damit, dass ich nicht umsonst gekämpft habe und merke auch schon eine Bewegung hinter mir. Die Wächter greifen unter meine Arme und helfen mir aufzustehen. Meine Knie schmerzen von der Berührung des unbequemen Holzbodens, doch eine andere Behandlung hat ein schon fast Toter wohl kaum verdient. Das Ende rückt näher. Dann führt jemand das Seil um meinen Hals und selbst meine zwei Begleiter verlassen mich nun. Schade, dabei hätte ich gerade jetzt etwas Schutz gebrauchen können.
Während der warme Atem gegen das Tuch und zurück auf mein Gesicht fällt, sehe ich ihn. Seine Anwesenheit ist mir schmerzlich bewusst und ich wünschte, er wäre es nicht. Zu jedem anderen Zeitpunkt hätte ich mir ein Wiedersehen mit ihm gewünscht. Nun muss er mit ansehen, wie ich zerstört werde. Aus dem Leben ausgelöscht. Für immer. Wie gern würde ich noch einmal sein Lachen hören. Doch er wird weinen, schrecklich toben und schreien.
Der Wind fährt sanft über meine Haut, als wolle er mich verabschieden. Die Stimmen unter mir sind verstummt. In meinen Gedanken herrscht ebensolche Stille. Nur das Bild, wie er dort unten steht und erschrocken zu mir aufblickt, steht vor meinen Augen. Was ich ihm antue, ist unverzeihlich. Wie könnte er mich noch lieben, mit der Ungewissheit, wann wir uns wiedersehen werden? Mit der Gewissheit meiner Schuld. Er muss mich für ein Monster halten. Trotzdem liebe ich ihn. Und hasse ihn gleichzeitig dafür, dass er hier ist. Wir sind Feuer und Flamme. Wasser und Tropfen. Eis und Luft. Die Vergangenheit mag uns getrennt haben, doch der Augenblick führt uns zusammen.
Deutlich ruft der Richter seine letzten Worte hinaus. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Zäh und klebrig. Weil sie doch nicht der Wahrheit entsprechen. Das warme Glitzern, welches auf meinen Wangen hinab perlt, kann ich nicht mehr verhindern. Eine leise Entschuldigung an ihn verlässt meine Lippen. Manche Menschen glauben an "Liebe auf den ersten Blick". Ich glaube an "Liebe auf den letzten Blick".
Und das letzte, was ich vernehme, ist seine Stimme, die nach mir ruft.


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Todgeweihte lieben nicht | Short story

Sonntag, April 17

Gastbeiträge auf durchgebloggt

 Möchtest du etwas dazu sagen?   



Hallo liebe Menschlein,

als alleinige Schreiberin hier wird es manchmal doch etwas einsam zwischen den Zeilen. Deshalb würde ich gerne ein Thema aufgreifen, das ihr sicher schon öfter auf anderen Seiten gesehen habt: Gastbeiträge! Wenn ihr Lust und Laune habt mal so richtig eure Meinung kundzutun, könnt ihr euch unter diesem Post, auf Twitter oder über sonstige Kontaktmöglichkeiten für eines dieser Themen melden:

  • "Autor" - Wer ist das eigentlich?
  • Jegliche Art kreativer Texte (Beispiel: Kurzgeschichten, eigene Erfahrungen - bitte keine Werbung!...)
  • Reisen (Ward ihr schon an fernen Orten? - Gerne auch auf Bücher bezogen)
  • In dieses Buch möchte ich gerne einziehen, weil...
Die Liste wird sich je nach Ideefindung und Abarbeitung immer wieder aktualisieren. Natürlich könnt ihr auch ein eigenes Thema vorschlagen. Empfinde ich euren Text nach korrigierter Einsicht als lesbar, werde ich ihn dann auf durchgebloggt veröffentlichen. So könnt ihr auch ohne einen eigenen Blog der Welt mit Worten entgegen treten. Also sammelt eure Kräfte und tippt, bis die Tasten dampfen!

mit allerliebsten Grüßen
Ich, Jaci

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Gastbeiträge auf durchgebloggt

Freitag, April 15

Das Leben EINER Bloggerin

 5 Kommentare   



Jeder von uns "Bloggern" muss mal irgendwann auf den Gedanken gekommen sein zu schreiben. Doch für wen machen wir das eigentlich? Und warum? Wann fängt das Bloggen eigentlich so richtig an? Heute kann so gut wie jeder im Internet irgendetwas machen. Und Blogthemen gibt es reichlich. Aber wird das nicht irgendwann einfach zu viel? Da geht man ja in der Menge unter...
Wer sich darüber Gedanken macht, ist hier gleich schonmal falsch. Natürlich macht eine gewisse Reichweite einen Blog aus. Selbstgespräche führen kommt ja auch etwas seltsam. Aber stellt euch einmal die Frage: Wofür bloggen wir? Für wen? Für andere oder uns selbst? Manchmal möchte man eben einfach nur seine Gedanken loswerden und schreibt seinen üblichen Unsinn vor sich hin. Dann gibt es Themen, die man anderen nahe bringen möchte, weil sie für diese Menschen genauso wichtig sind. Trotzdem bleibt der Blogger als Individuum unter sich, bis auf seine Texte reagiert wird. Ihr seht also, es werden gleich beide Varianten durchlaufen. Zuerst schreibt der Autor - das bin dann in diesem Falle wohl ich - seine Gedanken nieder, um im Anschluss Zustimmung oder sogar Kontrapunkte zu hören bzw. zu lesen.
Hat man eine gewisse Reichweite erlangt, interessiert man sich vielleicht auch gar nicht mehr dafür und ist rundum zufrieden mit der Situation. Oder aber das Gegenteil tritt ein...
Meist wird sich täglich der Kopf darüber zerbrochen, was in den kommenden Tagen alles entworfen, getippt und veröffentlicht werden kann. Das anfängliche Hobby wird zur Teilzeitaufgabe und nimmt immer mehr Energie in Anspruch. Notizen werden niedergekritzelt, um sie für später festhalten und dann umsetzen zu können. Fragen wie, "werde ich den anderen mit meiner Arbeit gerecht?", "interessiert das überhaupt jemanden?" oder "was kann ich dazu schreiben, um eine angemessene Postlänge zu erreichen?" kommen auf. Und das bedeutet Stress! Ich habe oben extra geschrieben "Das Leben EINER Bloggerin" (oder eines Bloggers), weil das natürlich nicht auf jeden treffen muss, aber sicherlich viele damit schon Ehrfahrung gemacht haben.
Hallo!? Wir machen das hier zum Spaß! Allerdings wird durch etliche Kooperationen auch eine gewisse Seriösität erwartet, durch die man in verschiedenen Situationen immer wieder dazulernt. Muten wir uns da nicht zu viel zu? Können wir andere Dinge in unserem Leben für unser "Hobby" vernachlässigen? Sicher, ab und zu können wir das schon. Doch das Bloggen wird vorerst für viele "nur" ein Hobby bleiben. Könnten wir unser Geld einfach damit verdienen (denn verdienen können wir es über verschiedene Wege schon), würden Träume in Erfüllung gehen.
Ich muss ehrlich sagen, dass mich diese Seite des Bloggens nie so richtig interessiert hat. Natürlich ist es schön, für eine geschriebene Rezension das Buch behalten zu dürfen oder auf diverse Conventions und Pre-Veranstaltungen fahren zu dürfen. Das beste daran sind die Menschen! Große und kleine Persönlichkeiten, die meine "Arbeit" mit Leben gefüllt haben und mir Möglichkeiten eröffneten, welche ich vor einiger Zeit nicht einmal in Gedanken ausgespielt hätte. Dank dieser Erlebnisse konnte ich auch Erfahrungen für mich selbst sammeln, mich weiterbilden und - so kitschig das jetzt klingen mag - durch das Fernglas in andere Welten blicken. Manchmal reicht es einfach, sich mal auf ein unbekanntes Abenteuer einzulassen.
Und dann kommen solche Phasen, in denen gar nichts mehr kommt. In denen das Leben dich und mich gefangen nimmt, wir nichts mehr voneinander hören und unsere eigenen Wege gehen. Auch das gehört dazu, um nicht ganz wegzudriften und später mit neuer Energie zurückzukehren.

Wie stehst du zum Bloggen, miteinander und allein? Sind dir regelmäßige Zeiten wichtig und interessiert dich Inhalt mit Persönlichkeit?


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Das Leben EINER Bloggerin

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