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Sonntag, Oktober 26

✒ [Rezi] Saviour - Absolute Erlösung | Nadine d'Arachart & Sarah Wedler

 4 Schriftrollen, Impress, Nadine d'Arachart, Rezensionen, Sarah Wedler     Möchtest du etwas dazu sagen?   





Infos

Autor/in: Nadine d'Arachart & Sarah Wedler
E-book: 3,99€
Seitenanzahl:
ca. 380
Verlag:
Impress
Band 3

In mein Regal!

Jolettes Tage als Watcher sind ein für alle Mal vorbei. Ihr Chip wurde entfernt und sie ist wieder zum Menschen geworden – genauso wie Cy, die Liebe ihres Lebens. Endlich sind sie an ihrem Ziel angekommen und wirklich frei, auch wenn es sich merkwürdig anfühlt, plötzlich von so vielen Gefühlen überschwemmt und beeinflusst zu werden. Ihr Glück währt jedoch nur so lange, bis sie merken, dass Patience im Strudel der vorangegangenen Ereignisse einen weiteren Chip eingepflanzt bekommen hat, der ihre Heilerkräfte direkt auf die neu entstehende Armee ihres Widersachers Darian Leigh überträgt. Und damit geht die letzte Schlacht ums Niemandsland ins große Finale…




Das Cover ist wieder sehr ansprechend. Die Schnörkel  um das S erkenne ich allerdings jetzt erst nach dem Lesen als Schmetterling... Macht doch eigentlich Sinn, wenn man den Inhalt kennt. Die Ruinen im Hintergrund sind erschreckend und 'absolute Erlösung' trifft es wohl haargenau. In beide Richtungen. Das verwaschene Grün finde ich hingegen etwas gruselig. Das ist ja fast wie in einem Horrorszenario.
Der Verlauf in Band 3 ist für mich diesmal grausam und verwirrend gewesen. Ich meine, wirklich grausam und verwirrend! Da konnten es sich die beiden Krimiautorinnen wohl nicht nehmen lassen, doch etwas aus diesem Genre einzufügen. Bisher hat das mit der Planung Darian Jedh Leigh zu stürzen und die Vernichtung des Niemandslandes aufzuhalten ganz gut funktioniert. Allerdings gibt es nun einige Punkte, die dazwischen funken... Die Widerständler haben einen Plan, der funktioniert dann doch nicht. Sie haben einen neuen Plan, der wird zunichte gemacht. Ach nee, lass uns mal was anderes versuchen - tamtamtam, es geht was schief. Das alles ist ein großes Hin und Her und zögerte das Finale manchmal unnötig hinaus. Vor allem die Beziehungen zwischen den Charakteren gab mir zu denken.
Trotzdem wurde es ein richtiges Abenteuer, gefährlich und nervenzerreißend! Das Kopfkino blieb nicht aus und am Ende hatte ich sogar eine Slow Mode Szene mit dabei :D
Nur irgendwie habe ich mich in den letzten fünf Kapitel gewundert und hatte jedes Mal Angst umzublättern. Jedes hätte das letzte sein können.
Ich habe mich teilweise ein wenig durchgekämpft, aber es wurde keinesfalls langweilig. Die Story war nur ein wenig zäh, was zum einen daran gelegen haben kann, dass für meinen Geschmack zu viele Ideen mitgespielt haben und der Fixpunkt ständig woanders lag.
Ich war doch froh, als ich das Buch endlich zu Ende hatte, werde meine Watcher, Cupid und Halbcupid Freunde jedoch nicht so schnell vergessen.

Es spielen die üblichen Charaktere mit. Jo und Cy, die beiden nun menschlichen Wächter von Patience. Außerdem Skinner, der außergewöhnliche Halbcupid, Lynn und neu mit dabei Charley. Die Persönlichkeiten aller scheinen sich mit der Verwandlung der Wächter und der Verhältnisse um sich herum geändert zu haben. Jo wirkt nicht mehr so zielsicher und schwankt hin und wieder in ihren Entscheidungen. Cy bekommt irgendwann ein richtiges Problem, aber er wusste doch schon, wie die echte Welt aussieht. Patience wird allmählich erwachsen und es ist teilweise amüsant, was sie ihrer besten Freundin verschwiegen hat. Einzig und allein Skinner bleibt wie er ist. Wohlüberlegt und äußerst charmant *hust*. Die Sache mit Charley und Lynn wirft sehr viele Fragen auf...
Generell gibt es im letzten Band der Niemandsland-Trilogie ein regelrechtes Beziehungschaos! Manchmal wusste ich wirklich nicht mehr, ob die Liebeleien nun gespielt sind oder doch etwas anderes zusammenkommt. Einfach schrecklich! Man sollte am Besten gar nicht so sehr darüber nachdenken, sonst kommen einem echt schräge Gedanken bei den Konstellationen.
Und auch dieses Mal möchte ich es mir nicht nehmen lassen, die besten Nebencharaktere zu küren. Perry ist mit seiner Krankheit wohl ein kleines Sonnenstück in der Geschichte, ebenso Evan. Die beiden können sich kaum selbst helfen, geben aber einfach nicht auf. Außerdem noch Ambrose, der es tatsächlich schafft, dem Ganzen noch einen kleinen Schocker zu verpassen.

Die Kulisse hat auch ständig gewechselt, von der Innenstadt Londons, ins Niemandsland zu den Arbeitervierteln und nach Lundy... Ob an Land oder in der Luft, es war immer Action dabei! Super ist die Abwechslung zwischen dem kargen Ödland und farbenprächtigen Villen. Da bleibt einem richtig viel Fantasie zum Träumen!

Die Handlung ist wie zuvor auch in viele kleinere Kapitel unterteilt. Dabei hatte ich das Gefühl etwas schneller voranzukommen. Es gibt kaum aufhaltende ausführlichere Beschreibungen. Zum Schluss hatte ich Probleme mit den Sichtwechseln. Zwar wird hier nicht in der Ich-Form erzählt, allerdings von verschiedenen Personen und am Ende drohte das in einem Tohowaboho auszuarten. Trotzdem klammerte ich mich an die letzten Verständniszweige und habe es dann doch noch geschafft.

 
Wer bisher Seite an Seite mit den Watchern gegen die Cupids gekämpft hat, sollte sich das Endspektakel natürlich nicht entgehen lassen. Nicht nur romantische Einflüsse spielen hier mit, sondern auch tödliche. Allerdings lauft ihr Gefahr, in eine aussichtslose Situation hinein zu laufen und euch darin zu verirren... Deshalb hört nie auf zu kämpfen und stellt euch der Untotenarmee!

Vielen Dank an den Impress Verlag!

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✒ [Rezi] Saviour - Absolute Erlösung | Nadine d'Arachart & Sarah Wedler

Dienstag, Juli 29

✒ [Rezi] Cupid - Unendliche Nacht | Nadine d'Arachart & Sarah Wedler

 4 Schriftrollen, Impress, Nadine d'Arachart, Rezensionen, Sarah Wedler     1 Kommentar   




Infos

Autor/in: Nadine d'Arachart & Sarah Wedler
E-book: 3,99€
Seitenanzahl: 283
Verlag: Impress
Band 2

In mein Regal!

Bewertung:






Die Welt, in der sich Jolette einst so sicher fühlte, ist eine andere geworden. Nie hätte die Wächterin gedacht, dass ausgerechnet die Liebe – ein Gefühl, das ihr vom System zeitlebens verweigert wurde – solche Komplikationen hervorrufen könnte. Und noch viel weniger, dass sie und ihr Schützling einst denselben Mann begehren könnten. Doch während ihr perfektes Leben durch ein einziges Gefühl in Schutt und Asche liegt, sind die nachtaktiven Cupids längst dabei, sich neu zu formieren. Jolette und Cy müssen sich beeilen, denn dieses Mal wird es nicht nur um den Schutz einer einzigen Person gehen. Dieses Mal geht es um einiges mehr…




Das Cover ist wieder sehr schön, wenn auch das erste von der Farbgestaltung etwas besser ist. Der Tunnel gibt auch gleich einen Hinweis darauf, wo die Story zum Teil spielt. Wer den ersten Band gelesen hat, kommt vielleicht schon so darauf...

Inhaltlich kam es mir so vor, als gäbe es ein großes Hin und Her. Es gibt sehr viele Aktionen: Ein kurzer Aufenthalt auf einer Insel, Flugstunden, Autofahrten, Einbrüche... Und trotzdem herrscht noch eine gewisse Ordnung, sodass nicht alles durcheinander gerät.
"Nirgends sonst wurde das Motto der Metropolen - Alle Macht dem Kapital! -
so konsequent umgesetzt wie in London." (S. 29)
Was mir besonders aufgefallen ist, sind die Foltern! Die Szenen sind viel härter geworden, aber auch super spannend und emotional. Nicht nur die Beziehungen zwischen den Protagonisten ändern sich, es entstehen auch neue  Verknüpfungen unter den Antagonisten und gemischt zwischen beiden.
Viele neue Eindrücke setzen das Bild der zerstörten Zukunft allmählich zusammen. Die Machenschaften des widerlichen Darian Leigh werden immer gerissener und gefährden den Weg der Watcher. Cy und Jo, Jo und Skinner, Cy und Patience, Slade und Lynn... Es gibt einige Formationen in diesem Band - mit (noch) ungewissem Ausgang. Doch eigentlich ist schon klar, wer mit wem... Es gibt nur eben noch ein paar offene Möglichkeiten.
Auch wenn der Verlauf der Handlung klar heraus zu lesen ist, gab es Aussagen, die mich überrascht haben...
"Ich rieche ihre Angst." (S. 66, Skinner)
Seit wann haben Cupids Gefühle!? Vor allem Angst. Scheint so, als habe sich viel mehr verändert, als zuerst deutlich wird.
Eine Ruhepause ist den Anwesenden auf jeden Fall kaum gegönnt, da die Hetzjagd durch und um London immer weiter geht. Neue Berufe gibt es in der Zukunft scheinbar auch, wenn eine Arbeiter(in) im Garten eines Industriellen als Statue steht... Das Bild war einfach komisch und schrecklich zugleich. Ein paar Fragen bleiben noch offen, aber Band 3 ruft schon!

Jolette ist nicht mehr die, die sie mal war. Als Wächterin hatte sie klare Regeln. Aber durch die Ereignisse scheint sie zu brechen und schwächer zu werden. Einerseits schlecht, andererseits gewinnt sie mehr Gespür für Gefühle und wird menschlicher.
"Du bist kein schlechter Mensch", sage ich leise.
"Nein", antwortet er dicht an meinem Ohr. "Ich bin überhaupt kein Mensch." (S. 142)
Cy rückt irgendwie mehr in den Hintergrund, ist jedoch immer noch der besorgte Mitwächter.
Patience
Skinner ist sehr interessant geworden! Normalerweise ist er der Stille, aber er  hat doch immer wieder mit seinen Aktionen überrascht. Das Beste ist sowieso, als er seinen 'richtigen' Namen verrät xD
"Cupids kennen keine Ehre, kein Gewissen, keine Loyalität." (S. 215)
Über Slades Vergangenheit erfahren wir nun auch mehr. Viel mehr! Und scheinbar führt sich das in der Story weiter fort (es geht ja um die Watcher und Cupids). Tragisch, grauenvoll und traurig...
Lynn ist mir weiterhin ein Rätsel. Es ist offensichtlich, dass sie von Slade schwärmt - nur nicht mehr allzu lange. So richtig zu den anderen Cupids hat sie nie gehört, weshalb ihr die Entscheidung am Ende wahrscheinlich einfacher fällt.


Von den Handlungsorten gibt es eine beträchtliche Auswahl! Besonders schockiert hat mich der Bedlam Tower, eine Irrenanstalt. Diese Einrichtungen haben es wirklich in sich... Aber die Beschreibungen sind einfach super! Dann lernen wir endlich mal die Watcher Schule von innen kennen, wenn auch nur kurz. Versteckte, teils unterirdische, Labore geben einen zusätzlichen Gruselfaktor. Denn hier wird nicht nur geforscht, sondern auch gefoltert!
"Ich selbst mag Gewitter, Unwetter, Stürme, Naturphänomene jeglicher Art. Sie zeigen mir, dass die Industriellen doch nicht alles im Griff haben, nicht alles beherrschen. Ein tröstlicher Gedanke." (S. 80)
Die Idee mit der seelenlosen Geisterstadt finde ich auch sehr gut. Aber um das Geheimnis zu lüften, lest besser selbst (;

Dass die Kapitel so kurz sind (was man allein schon an den über siebzig in der Zahl sieht), ist nicht einmal so dramatisch, da die Story dadurch überhaupt nicht abgehackt wirkt, sondern flüssig weiter läuft. Allerdings habe ich im Nachhinein etwas den Faden verloren.

 
Eine gelungene Fortsetzung mit jeder Menge Aufregung und Kampf gegen die Macht und die eigenen Gefühle... Wer den ersten Band schon genial fand und mehr über die Cupids erfahren möchte, sollte sich unbedingt ransetzen! Selbst die hier eher hintergründigen 'Liebesbeziehungen' zerstören die Spannung nicht, haben aber doch einen gewissen Einfluss auf den Ausgang bestimmter Situationen. Ob Watcher und Cupids irgendwann friedlich nebeneinander leben können und die Industriellen gemeinsam bezwingen?
"Alles was du bist ist ein Watcher. Alles, was zählt, ist dein Schutzbefohlener.
Die Vergangenheit ist nichts als ein Schatten. Die Zukunft ist nichts als Nebel.
Alles, was wichtig ist, ist hier und heute..." (S. 103)
Vielen Dank an Lovelybooks und die Autorinnen!

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✒ [Rezi] Cupid - Unendliche Nacht | Nadine d'Arachart & Sarah Wedler

Mittwoch, Mai 14

✒ [Rezi] Watcher - Ewige Jugend

 4 Schriftrollen, Carlsen, Nadine d'Arachart, Rezensionen, Sarah Wedler     2 Kommentare   





Infos

Autor/in:  Nadine d'Arachart & Sarah Wedler
E-book: 3,99€
Seitenanzahl: ca. 314
Bewertung: 4 Schriftrollen
Verlag: Carlsen
Band 1
In mein Regal!






England, wie es die Großväter unserer Großväter einmal kannten, gibt es nicht mehr. Übrig geblieben ist eine einzige Stadt, umgeben von hohen Mauern, die es von dem abtrennen, was da draußen ist. Dem Niemandsland. Sie beherbergt die Reichen, die Glück gehabt haben, die Armen, denen nichts mehr bleibt, und die ewig jung Bleibenden, wie Jolette und Cy. Sie gehören nicht zu den Glücklichen, nicht zu den Unglücklichen, und auch nicht zu den Todgeweihten aus dem Niemandsland. Sie sind die Watcher. Ihre alleinige Aufgabe ist es, das Einzige, das alle am Leben erhalten könnte, vor den Todgeweihten zu schützen und jegliche menschliche Emotion dabei abzuschalten. Sie führen ein perfektes Leben. Bis sich Jolette und Cy eines Tages begegnen…
Das Problem mit der Gefahr ist, dass sie unberechenbar ist. (S. 9)


Auf den ersten Blick! Schon als ich das Cover sah, dachte ich 'Das Buch musst du lesen'! Ist das neuerdings so eine Verkaufsstrategie, dass die Leser mehr nach Cover auswählen? :D
Es funkioniert auf jeden Fall... Ich habe mich in dieses Cover verliebt. Allein wegen der Farbgestaltung lila und blau. Die Stadt im Hintergrund kommt auch super zur Geltung!

Die Idee mit den Watchern ist interessant. Aber ich hätte noch so viele Fragen dazu, die in dem Buch nicht beantwortet wurden... Vielleicht kommt das ja dann noch in den nächsten Teilen.
Die komplette Umgebung und die sozialen Umstände scheinen völlig anders zu sein! Das mag den einen oder anderen anfangs verwirren - man sollte sich also voll und ganz auf die Story einlassen.
Die Domnatios gehören zum neuen Teil. Sie sind erschreckend und ich bin froh, dass diese 'Veranstaltungen' nicht allzu sehr beschrieben werden. Nur einmal kurz, doch da ist die Hauptprotagonistin zum Glück abgelenkt...
Wenn jemand hingerichtet wird, dürfen sie kommen und zusehen. Sie halten das für ein Privileg, aber in Wahrheit ist es eine stumme Drohung. (S. 28)
Im sozialen Bereich gibt es nun die Unterscheidung zwischen den Industriellen und der Arbeiterschicht. Erste Klasse und... alle anderen. Desweiteren gibt es da noch die Niemandsländer, welche sich außerhalb der Städte aufhalten und 'verstoßen' wurden. Watcher gehören nirgends dazu, stehen aber gleich mit den Industriellen. Ihr seht also, dass hier schon eine Menge zusammen kommt, woran man sich erst neu orientieren muss. Aber das ist nicht schlimm!
Die Reise durch ein paar Orte Europas ist spannungs geladen und wirklich sehr heikel. Manchmal dachte ich, gleich ist es aus mit ihnen...
Die neue Regierungsform und Spaltung der sozialen Schichten machen den Großteil dieser Zukunftswelt aus. Aber leben wollen, würde ich dort lieber nicht. Denn einige Dinge dort sind grausam und einfach nur herzlos.
Hoffnungslosigkeit macht genügsam. (S. 271)

Jolette Somerville ist als Wächterin die Hauptprotagonistin. Sie ist stark und würde alles für ihren Schützling tun - selbst wenn sie dabei sterben würde. Denn das ist auch die Aufgabe der Watcher.
Cy wirkt hingegen sehr geheimnisvoll und sieht zudem noch sehr gut aus. Seine Vergangenheit birgt viele ungeklärte Details aus seinem Leben, die für den Leser scheinbar doch sehr wichtig vorkommen können. Denn er ist nicht der, der er zu sein scheint.
"Ich weiß das alles. Ich war schon immer da, draußen im Park.
Du hast mich nur noch nie bemerkt." (S. 26)
Ihr Schützling Patience ist ein mutiges Mädchen. Trotz ihrer wohlbehüteten Kindheit und ihrem Aufenthalt auf dem sicheren Internatsgelände, stellt sie sich tapfer den gefährlichen Abenteuern! Sie scheint überhaupt niemals Angst zu haben. Wieso auch? Immerhin hat sie ja ihre Watcher, die auf sie aufpassen.
Ihren Vater Darian Jed Leigh kann ich überhaupt nicht leiden. Einerseits weil er sich kaum um seine Tochter kümmert und sie sich nur zu besonderen Anlässen (Geburtstage) sehen und vielleicht auch wegen seiner späteren Rolle...
Skinner ist... anders! Mit seinem Charakter kann man sich durchaus anfreunden da er, wie mir scheint, hauptsächlich Gutes im Sinn hat. Trotzdem weckt er hin und wieder Argwohn durch das, was er ist.
"Ich bin euer Schatten." (S. 206)
Die Todgeweihten (Niemandsländer) erinnern mich ein wenig an die einfachen Leute im Mittelalter. Die meisten von ihnen tragen kaum mehr als ihre Lumpen am Leib und müssen um ihr Überleben kämpfen. Denn außerhalb der großen, abgeschotteten Städte gibt es kaum noch nährhaften Boden. Alles ist verdorrt und die Nahrung knapp. Trotzdem gibt es einige die sich ihrem Schicksal nicht einfach so ergeben und für eine bessere Zukunft kämpfen! Mit hohem Risiko auf Verluste...
Vigilanten sind die neue Form der Polizisten. Im Vergleich zu den Watchern allerdings wirken sie nicht sehr fähig. Und ob sie nun die Guten oder die Bösen sind, lässt sich auch schwer sagen. Immerhin arbeiten sie für die Regierung, welche nicht sehr vertrauenserweckend ist.
Cupids sind zwar menschlicher Statur, haben jedoch hellere Haut, welche kein Sonnenlicht verträgt; Augen, welche kein Licht vertragen und sind stärker und schneller als normale Menschen. Die wenigen, welche mit Namen erwähnt werden sind kühl und gefühllos. Doch trotzdem scheinen sie den Menschen nicht allzu fern zu sein... Ich hoffe, über die Cupids wird später noch mehr erzählt.
Ob sie wissen, was er von ihnen hält? Dass er sie als genetischen Abfall bezeichnet? (S. 347)
Die Untoten zum Schluss haben mich wirklich ein wenig verwirrt. Denn sie haben, meiner Meinung nach, nichts in der Geschichte zu suchen! Diese Begegnung war sehr, sehr merkwürdig.


Großstädte wie London und Paris sind vollkommen abgeriegelt und nur Menschen zugänglich, die für den Aufenthalt bezahlen können. Industrielle oder Arbeiter. Niemandsländer werden hingerichtet, wenn sie auch nur einen Fuß in ein solch gesichertes Gebiet setzen!
Das Niemandsland ist karg und hat nicht einmal mehr oder kaum noch grüne Wiesen und Wälder zu bieten. Wie eine einsame Weite, bevölkert vom armen Teil der Welt und Hoffnungslosigkeit.
Die Reise durch Europa führt die Watcher auch kurz nach Spanien. Die Cupids finden sich irrtümlicherweise in Moskau wieder und begegnen dort einer anderen Cupidgruppe.
Eine Insel wirkt wie das reinste Paradies. Doch die wenigen Bewohner und eine Heilerin, die dort leben, haben selbstsüchtige Absichten.
Der Weg durch die Kanalisation von London ist zwar nicht gerade gut riechend und angenehm, aber ruhig. Von den Schauplätzen her gibt es also viel Abwechslung!
"Gott ist eine Märchengestalt, die den Menschen Hoffnung gibt." (S. 271)

Einfach und ereignisreich leiten die Autorinnen den Leser durch die Welt der Watcher. Auch wenn manche Situationen ziemlich nervenaufreibend sind, begleiten sie die Charaktere und Leser doch gut durch die Story.
"Watcher lieben sich nicht", flüstere ich.
"Das ist komisch, denn ich bin ziemlich verliebt in dich." (S. 161)
Zuerst fühlte ich mich ein wenig hinein geschmissen, dann konnte ich mich regelrecht in die Welt hinein fühlen und ein anderes Mal fühlte ich mich den Charakteren wieder fern. Die Geheimnisse sind meist so umschrieben, dass die Fragen erst sehr viel später ans Licht kommen und die Zeit bis dahin mit einigem Hibbeln überwunden werden muss.
Weise Worte kommen auch drin vor und inspirieren den Leser zu kurzen Gedankengängen. Moralisch, religiös und philosophisch.

Jeder Gewalttat geht eine andere Gewalttat voraus. (S. 268)


"Watcher" hat etwas Belehrendes und regt dazu an, selbst etwas in der Welt verändern zu wollen. Vielleicht ist es an einigen Stellen noch nicht ganz ausgereift, aber die vielen neuen Einflüsse bieten eine Menge Spaß und Abenteuer! Die Charaktere beweisen Kampfgeist und Stärke und trotzen jedem Hindernis der düsteren Welt, welche auf den ersten Blick doch nur reich und harmlos erscheint.
"Du hast getan, was du konntest", sage ich leise.
"Manchmal reicht das einfach nicht." (S. 306)

Vielen Dank an den Carlsen Verlag!


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✒ [Rezi] Watcher - Ewige Jugend

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