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Sonntag, Juni 4

Japantag 2017 | Hype or Strike?

 Japantag     Möchtest du etwas dazu sagen?   



Am 20.05.2017 fand ein weiteres Mal in Düsseldorf der Japantag statt. An diesem Samstag wollte ich endlich auch einmal mit dabei sein. Also hakte ich mich bei Kaisu (life4books) unter und wir stiegen gemeinsam in den Zug. Denn alleine macht so ein Ausflug nur halb so viel Spaß. Unsere Nerven wurden sogleich auf die Probe gestellt. Denn nicht nur der Japantag sollte heute stattfinden, sondern auch noch ein Fußballspiel in Köln. Der ohnehin schon kleine Zug war bis zum letzten Stehplatz gefüllt, die vielen Menschen in den roten Trikots plapperten, sangen und lachten. Aber bei diesen Dingen blieb es glücklicherweise dann auch schon. In Köln hieß es dann umsteigen und Luft schnappen, bevor der zweite Teil der Strecke etwas entspannter zurückgelegt werden konnte.
Schließlich fuhren wir an unserer Endstation ein. An jeder Ecke fanden sich bunte Cosplays, die uns schon auf dem Hinweg begleitet hatten. Einige konnte ich erkennen, aber viele blieben mir unbekannt. Harley und der Joker aus dem DC-Universum, Link, Assassinen und Pikachus. Es gab so viel zu sehen!
Allerdings kam ich in der Erwartung her, dass das ganze Spektakel mehr nach einem lustigen Jahrmarkt gestaltet wäre. Fehlanzeige. Die vielen Cosplays waren wirklich wunderbar und spannend, aber für meinen Geschmack gab es viel zu wenig Japan am Japantag. Hier und da nur wenige Verkaufsstände, die Hälfte davon Essen und das war auch schon das interessanteste. Wir besuchten noch kurz eine japanische Buchhandlung, einen japanischen und überfüllten Supermarkt. Das war es dann auch schon mit den Highlights. Naja, ein tröstender Abstecher in die Mayersche musste dann noch sein, um wenigstens sinnvolle Mitbringsel zu haben. Der Rückweg stellte sich als wahre Hölle heraus. Ausnahmslos ALLE Züge fuhren nicht zu ihren angegebenen Zeiten ab, aber irgendwann kam unser Ziel in Sicht. Die letzten Onigiris wurden vernichtet und die künstlerische Beute gut behütet zum Schatzhaufen gelegt. Das war übrigens meine allererste japanische Mahlzeit und ich kann jedem nur empfehlen Onigiris zu probieren! (Das sind gefüllte Reishäppchen mit Alge umwickelt)

Die Frage ist nun also: Japantag - Hype oder Strike? Für mich lautet die Antwort eindeutig Strike. Die Veranstaltung sollte viel eher "Cosplay Tag" heißen, denn für viel mehr reichte die Vorstellung bei meinem Besuch auch nicht. Einmal ist es ganz unterhaltsam, doch es muss nicht wieder sein. Dennoch wünsche ich allen zukünftigen Besuchern noch eine Menge Spaß auf den folgenden Japantagen und möchte niemandem die Lust daran verderben. Dies hier ist immer noch meine eigene Meinung dazu. Ob der Japantag etwas für euch ist, müsst ihr natürlich selbst entscheiden. Vielleicht entdeckt ihr ja überraschende Seiten, die ich verpasst habe ...

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Japantag 2017 | Hype or Strike?

Samstag, Juni 3

[Photography] Wonders of nature #01

 Photography     1 Kommentar   

Da es hier in den letzten - hust - Monaten etwas ruhig war, wird es mal wieder Zeit zu berichten. Verstauben lassen möchte ich durchgebloggt natürlich nicht. Aber durch die Ausbildung werde ich doch ziemlich eingenommen. In den letzten Tagen wurde mir öfter gesagt, dass ich ein Auge für die Fotografie habe, auch wenn ich es manchmal nicht so recht glauben möchte. Es hat mir das Herz geöffnet und mich zum Strahlen gebracht. Wieder ein Beweis dafür, dass man seine Leidenschaften nicht schleifen lassen und ihnen nachgehen sollte, wann immer man kann! Nun habe ich seit dem Besitz meiner Fujifilm Kamera (inzwischen etwa drei Jahre) einige Motive beim Vorbeischlendern, andere bei harter Arbeit abgreifen können. Vor allem draußen ließen sich wundertolle Momente erhaschen. Zusammengefasst ist das dabei herausgekommen ...


Mein erstes Werk mit der damals neuen Kamera. Es regnete und ich musste unbedingt raus!

Diese Hummel wollte einfach nicht still halten ... Aber schließlich erwischte ich sie dann doch!

Diesen Frühling ging es auf einen spontanen Spaziergang an den Fluss.


Eine kleine Auswahl meines Bilderchaos' in den Tiefen der unendlichen Desktopordner ... Es ist bei weitem nicht die allerbeste Kamera, aber bisher kam ich ganz gut mit dem Modell zurecht. Für einen Anfänger wie mich hervorragend geeignet. Trotzdem wünsche ich mir manchmal hier und da Verbesserungen, denn ich merke immer wieder auf Veranstaltungen, dass meine kleine Knipstante doch nicht alles aufnehmen kann, was ich gerne hätte. Mit geeigneter Beleuchtung und aus dem richtigen Winkel heraus ergibt sich allerdings meistens etwas.
Viele solcher Bilder habe ich übrigens meinem Bloggerhobby und dem FSJ zu verdanken! Bei beiden kam ich bisher an Orte, die ich so niemals gesehen hätte. Lernte Menschen kennen, denen ich so niemals begegnet wäre. Bilder erzählen Geschichten und das liebe ich so an ihnen. Ihr seht vielleicht nur einen blühenden Baum, doch in meiner Erinnerung sehe ich einen sonnigen Spaziergang mit einem Herzmenschen, den ersten Bienen und einer spaßigen Fotozeit. Und wenn ich so die Geschichten der Welt festhalten kann, werde ich das tun. Wer weiß, vielleicht wird es diesen Baum irgendwann einmal nicht mehr geben. Dann hole ich das Foto hervor und erzähle diese Geschichte.

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[Photography] Wonders of nature #01

Dienstag, Februar 21

✒ [Rezi] SAGA 1 | Brian K. Vaughan & Fiona Staples

 5 Schriftrollen, Brian K. Vaughan, Comic, Cross Cult, Fiona Staples, Rezensionen, Saga     4 Kommentare   


Brian K. Vaughan & Fiona Staples | Hardcover 22€ | 160 Seiten | Cross Cult Verlag | In mein Regal!



In SAGA geht es um die frischgebackenen Eltern Alana und Marko, die mit ihrer neugeborenen Tochter dem jahrzehntewährenden Krieg entkommen wollen, von dem der Rest der Galaxis besessen zu sein scheint. Beide stammen von verschiedenen Spezies ab und sind Soldaten der jeweils gegnerischen Fraktion und doch kämpfen die zwei Liebenden mit allem was sie haben gegen das System und für das Überleben ihrer Tochter, die den politischen Führern beider Seiten ein Dorn im Auge ist.


Eine Liebe im Krieg. Eine Hoffnung auf Frieden.
 


Absolut abgefahren! Was die Autoren mit SAGA erschaffen haben, ist kaum in Worte zu fassen. Die Bilder zwischen den Seiten sprechen schon für sich. Bunte Szenen, blutige Szenen, nackte Szenen. Und zwischen alldem noch die Wunder der Galaxie. Gleich von der ersten Seite an erkennt man den Humor dieser unsagbar wundervollen und auch traurigen Geschichte, welche für unschuldige Geister unter euch vielleicht ein wenig ungehobelt wirken mag. Aber ich konnte mich schnell an die offene Aussprache der Charaktere gewöhnen und musste schließlich über die folgenden Schimpftiraden schmunzeln.
Alana und Marko meistern als junges, verstoßenes Elternpaar ihre Aufgaben wirklich sehr gut und würden füreinander und für ihre Tochter sterben. Diese Emotionalität ist überaus berührend, da der Rest des Familienbildes zu bröckeln scheint. Wie soll ein normales Leben inmitten eines Krieges möglich sein? Einem Krieg zwischen den beiden Spezies von Alana und Marko. Mit der Geburt ihrer Tochter haben sie etwas unmögliches geschaffen. Etwas, das vielleicht eine friedlichere Zukunft sichern wird. Doch zunächst müssen sie selbst für eine sichere Gegenwart kämpfen.
Auf der Flucht begegnet die frische Familie allerlei Gefahren und seltsamen Wesen. Die Darstellung der gezeichneten Geisterkinder ist mindestens genauso widerlich wie der Anblick der Pirsch, welche das Kopfgeld der angeblichen Deserteure für sich beanspruchen möchte. Auf der anderen Seite steht ein weiterer Freilanzer, der zunächst allerdings kaum ein Interesse an der Jagd zeigt und ungewollt auf einer Rettungsmission landet. Er mag vielleicht ein kompletter Vollidiot sein, doch im Herzen ist er eine gute Seele. Hoffentlich bringt ihn diese Eigenschaft nicht noch irgendwann in Schwierigkeiten.
Die außergewöhnlichen Ideen und Erschaffungen seltsamer Kreaturen und Objekte versiegt nicht. Stets tauchen neue Mitspieler auf - tragen Fernsehbildschirme als Köpfe - und entstehen Seltsamkeiten, wie sie es nur in diesem Universum geben kann. Aber nicht nur der Zeichenstil ist hervorragend ausgearbeitet und mit den entsprechenden Farben zu jeder Stimmung passend gestaltet, auch die Story haut einige Klopper raus, brachte mir Gänsehaut, große Augen und teils ungläubige Blicke. Saga ist auf jeden Fall eine neue Erfahrung für mich und wird meine geheimen Lesestunden noch ein wenig begleiten.


Eine Liebe im Krieg. Und jeder möchte sie zerstören. Diese Vorlage gab es sicher schon in anderen Tragödien wie Romeo und Julia, doch die Kulisse lässt das Drama von Alana, Marko und der kleinen Tochter unglaublich witzig, kurios und auf abgedrehte Weise gefährlich werden. Mitfiebern fällt hier nicht besonders schwer und als unwissende Leserin habe ich schnell ein Verständnis für die Gefühle der Charaktere entwickelt. Nicht nur gute muss ich sagen, aber es hat sicher niemand etwas dagegen, wenn ich mal eben ein paar Seiten anschreie. Und für den stolzen Preis dieses gebundenen Werkes, welcher durchaus berechtigt ist, darf ich auch mal gerührte Seufzer ausstoßen,


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✒ [Rezi] SAGA 1 | Brian K. Vaughan & Fiona Staples

Montag, Februar 13

Kernstaub | Universe of Gods

 Kernstaub, Marie Graßhoff, Universe of Gods     Möchtest du etwas dazu sagen?   



Es war einmal ein Wesen, das lebte auf der Erde und färbte sich die Haare bunt. Ihr Name ist Marie und sie nahm sich vor, uns alle glücklich zu machen! Eines muss ich dieser Autorin lassen: Sie hat jede Menge Einhornpower in sich. Zuerst schreibt sie richtig dicke Wälzer, die einem nicht nur die Finger zerquetschen, sondern manchmal auch das Herz. Dann findet sie zu einem wunderbaren Verlag und bringt ihre Geschichte auch noch auf die große Leinwand! Denn Kernstaub wurde schon gegen Oktober 2016 bei einem Crowdfunding Projekt sehr gehypt. Jetzt feierte das Filmteam am Wochenende des 11. und 12. Februars die Premiere des Serientrailers unter dem Namen "Universe of Gods".
Über verschiedene Wege hielt Marie Graßhoff ihre Leser ständig auf dem Laufenden, sendete Bilder von den Drehorten und Autogrammstunden und verschickte Goodies an alle fleißigen Unterstützer. Ihre zum Teil sehr philosophisch niedergeschriebenen Worte finden Anklang bei vielen Fantasyfans.  Doch wie wird es denn nun mit den bewegten Bildern weiter gehen? Werfen wir einen Blick auf den Trailer so sehen wir, dass das ganze von Beginn an englischsprachig aufgezogen wird. Die Schauspieler machen ihre Arbeit wirklich fantastisch und bringen die Mimik so gut rüber, dass ich die Gefühle ebenfalls verspüre. Von der eigentlichen Kulisse wird noch nicht so viel verraten, aber es gibt schon einige überraschende Special Effects. Zuerst musste ich wegen der auffälligen, orangenen Haare an Shadowhunter denken. Aber Marie bewahre! Denn diese Serie ist wirklich etwas trashig und das möchten wir Kernstaub doch nicht zumuten ...
An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir vielleicht schon etwas mehr Action gewünscht, aber warten wir erst einmal ab, was das Götterteam noch alles schafft und sonst so zu bieten hat. Lasst uns kleine und große Zettelchen an sie verbrennen! Und lest die Bücher :D




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Kernstaub | Universe of Gods

Sonntag, Februar 12

Ich bin dann mal lesen ...

 1 Kommentar   



Es gibt Zeiten, da halten wir uns an ihnen fest. Da klammern wir uns an ihre Seelen und lassen uns mitnehmen von den Dämonen und Geistern darin. Geschichten. Sie entführen uns in fremde Welten, zeigen uns Gefühle, die wir noch niemals erlebt haben. Lassen uns weinen, lachen, singen und wütend schreien. Regen unsere Fantasie an und lassen uns träumen. Von mehr. Dinge, die es in der realen Welt nicht gibt. Und wenn wir sie hier brauchen, holen wir sie aus unserer Erinnerung zurück. Vielleicht teilen wir sie auch mit anderen und verbreiten das Glück, den Trost und die Magie, die sie uns bringen.

Freitagabend. Irgendwo steigt eine Party und Freunde laden mich dazu ein. Dem sozialen Drang nachgebend stimme ich zu und gehe hin. Laute Musik spielt. Es wird gelacht und getrunken. Getanzt und ... Ich geh' dann mal lesen! Zum Glück habe ich noch daran gedacht, das Buch in die Tasche zu packen. Denn ohne Buch verlasse ich niemals das Haus. Ohne Buch habe ich nur die Erinnerungen, welche in Rauchschwaden zum Stillstand verdammt sind, ohne die Geschichte weitererzählen zu können.

Samstagmorgen. Es wurde spät. Nach einem ausgedehnten Frühstück fragen Freunde, ob ich mit ihnen shoppen gehe. Hm, eine Shoppingtour am Wochenende? Ich denke an all die Bücher, die ich ergattern könnte unter den seltsamen Blicken meiner Freunde. Und all die anderen Menschen, die mich anstarren, wie ich mit einem Berg von Geschichten aus dem Laden trete. Die Blase zerplatzt. Ich sage ab und stelle mich vor das Regal, ziehe ein Buch heraus und beginne den Tag. Ich bin dann mal lesen! Und das Haus werde ich heute bestimmt nicht mehr verlassen.

Sonntag. Es regnet. Ich schaue aus dem Fenster, sehe den einzelnen Tropfen zu wie sie gegen die Scheibe fallen und daran herunter gleiten. Das Wasser bildet Pfützen, in denen die schweren Wolken sich dunkel spiegeln. Die Wärme der Sonne wird hinter diesem düsteren Schleier verborgen. Einen Augenblick sehe ich noch hinaus, dann wende ich mich ab, gehe auf leisen Sohlen in die Küche und gieße mir einen Tee ein. Mit einer warmen Decke mache ich es mir gemütlich, schlage das Buch auf. Ich bin dann mal lesen! Denn das Wetter da draußen verlangt es. Außerdem könnte man an einem ruhigen Sonntag sowieso nichts besseres machen.

Montagnachmittag. Arbeitskollegen möchten nach Feierabend noch etwas essen gehen. Der Laden, den sie vorschlagen, ist immer gut besucht und ich würde sterben für dieses wunderbare Essen. Allerdings bin ich nach diesem Arbeitstag sowieso schon total ausgelaugt und eine weitere Tour schaffe ich bestimmt nicht mehr. Ich sage ab und verkrümel mich Zuhause mit einem guten Buch zur Entspannung, während ich auf meine Bestellung aus eben dem Laden warte, in dem die anderen gerade essen sind.

Dienstagnacht. Lärm da draußen. Irgendwelche Bekloppten schreien herum, hupen mit ihren Autos und gröhlen durch die Dunkelheit. Ich ziehe mir das Kissen über den Kopf, doch es hilft nichts. Für einen kurzen Moment ist Ruhe, dann wird die Luft knapp und ich krieche aus dem Bett. Leise schleiche ich durch die Wohnung. Wenn ich schon nicht schlafen kann, dann möchte ich wenigstens wissen, wie die Geschichte endet. Nur noch zwei oder drei Kapitel warten auf mich. Ich bin dann mal lesen! Und lege eine Nachtschicht ein ...

Mittwoch, ein Feiertag. Ich habe gehört, was die anderen an ihrem freien Tag vorhaben. An den See fahren. Einen Ausflug mit der Familie machen. In den Freizeitpark oder einfach mal etwas Wellness genießen. In der Nähe gibt es ein Schwimmbad, doch an diesem Tag trägt es nicht zu meiner Entspannung bei. An diesem Tag verhalte ich mich wie ein Einsiedler, gehe noch kurz ein paar Snacks einkaufen und stürze mich dann in das nächste Abenteuer. Ich bin dann mal lesen! Versucht gar nicht erst, mich aus dem Bett zu klingeln. Die Tür bleibt zu!

Donnerstagvormittag. Geschäftsreisen gegenüber bin ich eher verhalten. Sie bieten etwas Abwechslung, verlangen aber auch eine Menge ab. Mit ein paar anderen Kollegen steige ich in den Zug und während sie sich den Vierersitz schnappen, setze ich mich gegenüber alleine hin, hole das Buch aus meiner Tasche und vertreibe somit meine Zeit. Ich bin dann mal lesen! Vier Stunden bis zur Ankunft. Ob ich die große Wendung noch vor dem Ziel erfahre?

Für jeden Wochentag ein Bucherlebnis. Würde jede Woche so verlaufen, hätte ich wohl schon längst keinen SuB mehr. Aber der Satz "Ich bin dann mal lesen" erklingt sowieso viel zu selten in meinem Umfeld. Habt ihr schon solche Erfahrungen gemacht, bei denen ein Buch eure Rettung war? Kontakt zu anderen Menschen - Hilfe!? Oh, tut mir leid, ich lese gerade. Oder eine Veranstaltung, auf die ihr so gar keine Lust hattet und ein Buch als Ausrede vorgeschoben habt? Momente, in denen ihr euch allein und hilflos fühltet und einfach einen Freund brauchtet, der nur zuhört. Zudem gut riecht und wunderbare Gutenachtgeschichten erzählt. Bücher sind unsere Begleiter im Leben. Sie gehören zu einigen, wie die Luft zum Atmen. Seite um Seite lernen wir aus ihnen und wachsen Wort um Wort. Und selbst wenn wir aus den Geschichten herauswachsen, können wir sie als eines der kostbarsten Geschenke weitergeben.


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Ich bin dann mal lesen ...

Samstag, Februar 11

✒ [Rezi] Ash - Austrian Superheroes | Rückkehr der Helden

 5 Schriftrollen, Comic, Cross Cult, Rezensionen     2 Kommentare   



Harald Havas | Softcover 16,90€ | 144 Seiten | Cross Cult Verlag | In mein Regal!



Eigentlich ist die große Zeit der europäischen Superhelden seit dem Ende des Kalten Krieges vorbei. Doch als Anfang 2016 ein blutrünstiges Monster beginnt die Wiener Innenstadt unsicher zu machen, schließen sich einige der wenigen noch aktiven Superwesen zusammen, um die Bedrohung zu stoppen.
CAPTAIN AUSTRIA Jr., Sohn des legendären Führers der „Wiener Wächter“ Captain Austria, die übermenschlich starke Wrestlerin LADY HEUMARKT mit ihrer undurchdringlichen Haut, das sagenumwobene Wasserwesen DONAUWEIBCHEN und der geheimnisvolle BÜROKRAT stellen sich der zuerst unüberwindlich scheinenden Aufgabe. Und machen sich auf die Suche nach dem Monster, nach alten Verbündeten und nicht zuletzt nach Antworten.

Bunt, stark, kreativ! Und manchmal auch einfach (außer)gewöhnlich.
 


Nachdem die letzte Seite umgeblättert und das Heft geschlossen wurde, konnte ich immer noch kaum fassen, was ich eben erlebt hatte. Österreichische Superhelden nach dem Vorbild von Flash, Captain America und noch anderen bekannten. Das aufregende Abenteuer beginnt schon sehr bunt und mit genialem Humor! Als erster Blickfang haben die Crowdfunding Autoren den gut aussehenden Studenten absolut richtig eingesetzt. So konnte zumindest ich mich auf die folgenden Seltsamkeiten einstimmen, denn die bisherigen Superheldencomics geben alle nur erdenkbaren Klischees von sexy bis unfehlbaren Charakteren wieder. Nicht jedoch hier.
Mit Lady Heumarkt schafft es das Zeichner- und Storyteam die unglaubliche Geschichte noch näher an die doch meist 'gewöhnlicheren' Leser heranzubringen. Denn wer von uns besitzt schon solche Superkräfte wie den Röntgenblick oder das Fliegen? Treppe rauf und runter mal abgesehen ... Durch die Menschlichkeit und die dazugehörigen Fehler wirken die deutschsprachigen Möchtegern-Helden um einiges echter und greifbarer und konnten mich gleich überzeugen. Nicht immer heißt 'helfen können' wie Superman zu sein. Aber auch der hatte ja bekanntlich seine Schwächen.
In diesem Heft gibt es verschiedene Zeichenstile zu betrachten. Die Hauptstory ist mit knalligen Farben und Detailreichtum verziert. Auch sonst gefiel mit dieser Teil am besten. Die Vergangenheitsszene von Lady H. wirkt hingegen um einiges verblasster  und die Linienführung lockerer. Die Informationen, welche der Leser von der starken Frau erfährt, sind allerdings ein wahres Schlemmermahl.
Weiter geht es mit der Jagd auf den Basilisken mit Hühnerkopf, einen durchgeknallten Alten und Bösewichte, von denen die Nachwüchsler noch nichts wissen. In den hier zusammengeführten Heften 1 bis 4 geht es hauptsächlich um einen ersten Eindruck der neuen Superhelden und den Zusammenschluss des Teams. Zusatzinfos zur Entstehung von Ash und interessante Nebencharaktere dürfen natürlich nicht fehlen und tragen ihren Teil bei.
Eine weitere Vergangenheitsszene überrascht mit ihrer eher ungewöhnlichen Aufmachung, wie sie meist bei Popart zu finden ist. Die Seiten sehen vergilbt aus und die Bilder sind gepunktet. Zur spielenden Zeit durchaus passend. Interessant sind auch die verschiedenen Coveransichten zwischendurch. Von jedem gibt es drei Varianten. Das normale Cover, das Convention Cover und das Crowdfunding Cover. Ob es die Seiten auch in groß als Poster gibt? Zum Anschmachten sind sie allemal gut!
Viele Insider finden sich vor allem für die Crowdfunding Teilnehmer wieder. Aber auch alle anderen kommen auf ihre Kosten, denn es gibt eine Menge zu entdecken. Wer einen ersten Eindruck von Wien erhalten möchte, kann auf die Rundführungsfähigkeiten der Ash's vertrauen.


Ich bin wirklich froh in dieses Werk eingetaucht zu sein, bedauere aber auch, nicht von Anfang an mit dabei gewesen zu sein. Wer hat gesagt, dass Helden nicht auch Deutsch sprechen dürfen? Und das mit einem Hauch von östereichischem Dialekt, der im Verlauf ab und zu auch mal stärker ausgeprägt ist. Am Verständnis hat es mich jedoch nicht gehindert. Es wurde dadurch eher noch lustiger. Die weiteren Bände geben hoffentlich noch einiges zum Fangirlen und vielleicht halte ich irgendwann auch mal ein Autogramm von Lady Heumarkt in den Händen. Für Comic-Kenner ist Ash eine amüsante Achterbahnfahrt durch Heldenhausen, für Einsteiger ein gefundenes Schmuckstück!

Vielen lieben Dank an den Verlag & das Ash-Team!
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✒ [Rezi] Ash - Austrian Superheroes | Rückkehr der Helden

Samstag, Dezember 31

✒ [Rezi] Lockwood & Co. - Das flammende Phantom | Jonathan Stroud

 4 Schriftrollen, cbj, Jonathan Stroud, Lockwood, Rezensionen     Möchtest du etwas dazu sagen?   



Jonathan Stroud | Hardcover 19,99€ | 509 Seiten | cbj Verlag | In mein Regal!



Im vierten Abenteuer um die Geisterjägeragentur Lockwood & Co. bekommen Anthony Lockwood und George es mit einem besonders schrecklichen Verbrechen zu tun. Die Spur hinter dessen dunklem Geheimnis führt sie mitten ins Herz der Londoner Gesellschaft. Um diesen Fall zu klären, müssen sie alle Kräfte mobilisieren und so bitten sie die in Geisterdingen hochbegabte Lucy, als Beraterin in die Agentur zurückzukehren. Doch die Freunde ahnen nicht, wie sehr diese Nachforschungen sie selbst in ihren beruflichen und persönlichen Grundfesten erschüttern werden und dass sie damit Kräfte auf den Plan rufen, die selbst sie nicht mehr kontrollieren können ...


Geisterhaftes Kribbeln und düstere Geheimnisse - das Ende vom Anfang und der Anfang vom Ende!
 


Als großer Fan der Lockwood & Co. Reihe lagen meine Erwartungen zwar hoch, aber noch tief genug, um mich ganz locker auf die kommenden Ereignisse einzulassen. Zuerst die schlechte Nachricht. Es dauert in etwa die Hälfte der Seitenzahl bis das Thema des Titels endlich einmal zur Sprache kommt. Das hat mir persönlich einiges an Spannung genommen. Doch mit genügend Durchhaltevermögen biss ich mich durch die Anfangsszenen, denn obwohl sie mit dem eigentlichen Fall kaum etwas zu tun haben - alles nur Vorgeplänkel - geben sie einige Informationen rundherum preis und konnten durch anregende Gespräche noch überzeugen. Nun zur guten Nachricht, Jonathan Stroud schafft es trotz dieses ersten enttäuschenden Eindrucks ein aufregendes Nachspiel zu gestalten.
Es wirkt zunächst recht befremdlich, dass die hervorragende Lucy Carlyle nicht mehr zum Team gehört. Daran konnte ich mich auch überhaupt nicht mehr erinnern. Aber nachdem, was sie am Ende des letzten Falls erfahren hatte, ist ihre Entscheidung durchaus nachvollziehbar. Allerdings entschuldigt das nicht die Verhaltensweisen der jungen Agentin, sowie aller anderen. Lockwood macht in diesem Teil eine große Veränderung durch. Holly wird überraschenderweise sympathischer. George ist ein Knotenpunkt für sich. Und ein altbekannter Gegenspieler wird plötzlich zum Freund. Was ich besonders an dieser Geschichte liebe sind die gefühlvollen Momente, welche heimlich dazwischengemogelt wurden. Es ist doch offensichtlich, dass da was zwischen Lucy und Anthony laufen wird! Irgenwann ... Hoffentlich raffen sie sich bald dazu auf und quälen uns nicht weiter mit ihren Blicken und Gedanken. Auch wenn es letztlich nur in einer sehr guten Freundschaft enden wird.
Die Geister stehen auf einmal an zweiter Stelle. Stattdessen rückt der Kampf zwischen den Agenturen in den Vordergrund und beschäftigt den kleinen Trupp. Sind die, die ihnen am nächsten stehen tatsächlich die, für die sie sich ausgeben? Als der Schädel diese Frage stellt oder vielmehr die Antwort darauf gibt, reißt er zum Schluss einen echten Kracher. So kann ein Buch doch nicht enden! Was sind das nur immer für schreckliche Cliffhanger ... Es scheint, als hätte die kleine, aber sehr erfolgreiche Agentur wieder überall ihre Nase dazwischen und könnte sich aus Angelegenheiten anderer nicht heraushalten. Irgendwann wird ihnen das noch teuer zu stehen kommen. Aber bis dahin wird es vielleicht noch einige atemberaubende Reisen in die Vergangenheit geben. Oder vergangene Dinge in der Zukunft?
Was den Einfallsreichtum der Kulissen angeht, kommen ein paar neue Erkundungstouren hinzu. Ein scheinbar verschlafenes Dörfchen außerhalb Londons. Die U-Bahn, natürlich voller Geister. Aber auch altbekannte Orte bringen das heimelige Gefühl zurück, welches schon in den vorigen Bänden geherrscht hat. Und gerissene Nebencharaktere - mögen sie endlich Frieden geben und weder in der realen, noch in der Geisterwelt zurückkehren - geben dem ganzen die letzte klangvolle Note hinzu. Wenn ich jemals in Gefahr schweben sollte, werde ich dem Geisterschädel vertrauen, seine Herablassungen ertragen und ihn um Rat bitten. Denn ich glaube, da steckt noch viel mehr in ihm drin, als er nur vorgibt.


Der kleine Nachlass im Hinblick auf die eigentliche Verschiebung der Hauptstory bringt mich keinesfalls davon ab, den Spukgeheimnissen weiter folgen zu wollen. Natürlich musste ich über ein paar Schlaglöcher hinwegsehen, aber was wäre ein gutes Buch ohne seine liebevollen Macken? Die Aussicht auf eine Versöhnung gibt mir Hoffnung, dass noch etwas sehr großes aus Lockwood & Co. werden könnte, denn die Mitglieder ergänzen sich hervorragend. Bleibt nur zu klären, wer künftig auf ihrer Seite und wer sie bekämpfen wird. Um das herauszufinden ist eine lange Hibbelrunde angesagt, aber wer sich bis dahin selbst mit Wiedergängern und leuchtenden Knaben herumschlagen möchte - bitte ohne der Geistersieche zu verfallen! - Anthony Lockwood und sein Team haben immer und für jeden ein offenes Ohr. Selbst für nervige, hochnäsige  Zehnjährige. Herzlichen Dank!

Vielen lieben Dank an den Verlag!
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✒ [Rezi] Lockwood & Co. - Das flammende Phantom | Jonathan Stroud

Sonntag, Dezember 11

✒ [Rezi] A silent voice | Yoshitoki Oima

 5 Schriftrollen, Egmont, Manga, Rezensionen, Yoshitoki Oima     2 Kommentare   


Yoshitoki Oima | Softcover 7,00€ | 190 Seiten | Egmont Verlag | In mein Regal!



„Hallo, mein Name ist Shoko Nishimiya und ich bin taub. Es freut mich, euch kennenzulernen.“ steht in großen Lettern auf einem Blatt Papier geschrieben, welches Shoko in die Höhe hält.
Trotz anfänglicher Toleranz ist ihr Handicap für ihre Mitschüler ein Problem und das lassen sie Shoko spüren. Besonders der vorlaute Ishida ist ganz vorne mit dabei und zusammen machen sie ihr das Leben schwer.
Viele Jahre später sucht Ishida Shoko erneut auf, um sich für Vergangenes zu entschuldigen. Aber wie soll er ihr, nach allem was geschehen ist, je wieder unter die Augen treten?


Dramatische Schicksale, die ineinander fließen. Wahrheit, die unter die Haut geht.
 


Romance? Ich glaube, da hat jemand das Genre falsch gesetzt. Zumindest beim ersten Band dieser Mangareihe, denn mit Romantik hat das alles eher weniger zu tun. Allein das Cover ist schon fabelhaft gestaltet und bietet einen ganz besonderen Reiz. Gleich zu Anfang gibt es einen kleinen Vorblick, der zuerst nur wenig Sinn macht. Schaut man sich die Szene nach der letzten Seite allerdings noch einmal an, wird einem so einiges klar.
Die Charaktere mochte ich sofort, obwohl nicht alle von ihnen zu wissen scheinen, was Freundlichkeit bedeutet. Im Gegenteil, viele der Kinder aus der 6b sind sehr gemein und dagegen können auch die Erwachsenen kaum etwas unternehmen. Das taube Mädchen ist nur schwer zu durchschauen. Weshalb erträgt sie all die Schikanen und wehrt sich nicht? Hat sie gewusst, dass es anders kommen würde? Aber was genau bedeutet anders in ihrer Situation? Die einzelnen Vorfälle bieten genügend Abwechslung. Zwar wiederholen sich einige, doch der Ablauf ändert sich mit jedem Mal ein bisschen. Hier eine böse Kritzelei, dort fieses Gelächter und woanders blöde Grimassen. Am schlimmsten jedoch sind die Angriffe, welche sich auch körperlich auf die Beteiligten auswirken.
Die Geschichte fesselte mich zunehmend und das Schicksal des Mädchens - und ja, auch das des Jungen - ließen mich nicht los. Ich bin weiterhin erschrocken über die Wendungen, wenn ich nur daran denke. Menschen verstehen eben doch nicht immer alles, gerade wenn es um Gefühle geht. Ist es denn so schwer jemandem ein wenig Respekt und Verständnis entgegen zu bringen? Nur weil jemand anders ist heißt das noch lange nicht, dass man diese Person herablassend behandeln darf. Vielleicht sitzt ja ein verstecktes Talent in ihr?
Dieser Manga lehrt die Leser Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft. Denn die beschriebenen Ereignisse sind keinesfalls nur ausgedacht. Es gibt sie wirklich, jeden Tag auf's Neue. Gerade diese Erkenntnis ist so bewegend, dass sich Shoko und Shoya förmlich in Herz und Seele einbetten und man sie so schnell nicht mehr vergisst. Da ist etwas außergewöhnliches zwischen ihnen, was im ersten Band noch nicht greifbar ist. Ob die beiden ihre Grundschulzeit jemals vergessen können? Der Zeichenstil ist herausragend und bietet genau das richtige Maß an Detailliertheit und Erkennbarkeit. Nicht zu selten kommt es vor, dass ich Schwierigkeiten habe, die abgebildeten Szenen zu erkennen, weil zu viel Trara darum gemacht wird oder die Charaktere sich zu ähnlich sehen. Allzu japanisch ist es dann doch nicht und die Autorin hat sich auch ein paar nicht-asiatischen Gesichtern bedient.


Ein fantastisches Werk, welches es verdient mehrmals gelesen zu werden. Auch wenn es nur von kurzer Dauer ist, so hinterlässt es doch seine Spuren. Ich möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht! Was mich beim Lesen gepackt hat, war tiefstes Bedauern und unendliche Traurigkeit über die erschreckenden Begebenheiten. Aber auch Erstaunen über die Wandelbarkeit manchen Verhaltens breitete sich aus. Eindeutig zu sagen ist jedoch, dass es mit Shoko und Shoya noch nicht zu Ende ist. Denn die beiden haben unbedingt noch etwas zu klären...


Und wer mehr auf Anime's steht, Kyoto Animation hat da was in Angriff genommen!




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✒ [Rezi] A silent voice | Yoshitoki Oima

Dienstag, Dezember 6

Wenn Autoren das Genre wechseln

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Tolle Bücher sind toll! Vor allem, wenn sie von talentierten Autoren geschrieben sind. Doch was ist, wenn ein Fantasyautor plötzlich einen Krimi schreibt? Oder ein Krimiautor einen Erotikroman? Die Genre könnt ihr euch selbst aussuchen, denn es geht mir hierbei nur um das Prinzip. Es ist mir schon mehrfach untergekommen, dass ich mich als Leserin in einer unbekannten Umgebung wiederfand, obwohl ich doch eigentlich etwas ganz anderes von jenem Autor gewohnt war. Die Kulisse ändert sich, die Thematik und das Verhalten der Charaktere ebenfalls. Auch der Schreibstil scheint nicht mehr der selbige zu sein, wo ansonsten viele Ähnlichkeiten bei unterschiedlichen Büchern vorhanden sind. Brandon Sanderson ist mein Beispiel. Seine Sturmlicht-Chronik und die Nebelbücher haben vom Aufbau her vieles gemeinsam. Dann ist da jedoch noch Steelheart, was in eine völlig andere Richtung geht. Wie kommt es nur zu diesen unvergleichlichen Produkten? Besitzen die Autoren vielleicht eine zweite Persönlichkeit? Was mich natürlich nicht wundern würde, denn inzwischen lassen sich so viele Pseudonyme auf dem Büchermarkt finden, dass es wohl für eine eigene, kleine Gemeinde der geheimen Autoren reichen würde. Die 'falschen Namen' könnten allerdings auch ein Hinweis darauf sein, dass den Schreiberlingen ihre eigene Geschichte peinlich ist. Dann ergibt sich für mich jedoch nicht der Sinn aus der Veröffentlichung des Buches. Denn wenn ich nicht möchte, dass etwas von mir gelesen wird, dann lasse ich es einfach.
Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn sich jemand an einem anderen Universum versuchen will. Dann sollte aber gleich alles passen und nicht nur der schlichte Gedanke 'Oh, ich bin ein Autor und kann alles schreiben, was ich möchte' da sein. Mir als einfache Bloggerin geht es da in einigen Bereichen ebenso. Manchmal fällt es mir sehr schwer, auf ein anderes Thema einzugehen, von Veranstaltungen zu berichten, obwohl ich zuvor noch über Klassiker schrieb. Bei der Bildauswahl verhält es sich ganz ähnlich. Deswegen lasse ich mir manchmal einfach etwas mehr Zeit für die Ausarbeitung.
Zeit ist auch etwas, das einige Autoren sich anscheinend nicht immer nehmen. Die ganze Sache ist schwer einzuschätzen und auch hier kann ich mich täuschen, aber ... Sollte ein voll ausgereiftes Werk nicht länger in der Entstehung benötigen? Es gibt Ausnahmetalente, die schreiben eine Hymne nach der anderen, das streite ich keineswegs ab. Trotzdem gibt es wiederum genauso viele, die sich nicht die nötige Zeit für ihr Buch geben und es so auf den Markt bringen, wie es beim ersten Gedanken zu Papier kam.
Nun stellt sich mir die Frage, ist so ein Genrewechsel für die meisten nur ein netter Zeitvertreib und soll die elendigen Wartezeiten auf das bereits angepriesene Kunststück aus der laaangen Buchreihe überbrücken? Vielleicht dient er als Inspirationssuche, einer Pausierung des eigentlichen Hauptmanuskripts, um anschließend mit neuer Energie an das Projekt herangehen zu können. Herausstechend für mich ist jedoch, dass einige solcher 'Seitensprünge' weit neben dem eigentlichen Ziel landen. Nämlich dort, wo eigentlich kein Leser jemals sein möchte. In einer kalten, grausigen Matschgrube. Es sei denn ihr wurdet aus Lehm geschaffen und wandelt nun als Golems herum.

Also, welche Erfahrungen habt ihr bereits mit den Genrewechseln von Autoren gemacht?
Hattet ihr besondere Tops oder Flops dabei?


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Wenn Autoren das Genre wechseln

Samstag, Dezember 3

✒ [Rezi] Steelheart | Brandon Sanderson

 3 Schriftrollen, Brandon Sanderson, Heyne, Rezensionen     Möchtest du etwas dazu sagen?   


Brandon Sanderson | Hardcover 17,99€ | 448 Seiten | Heyne Verlag | In mein Regal!



Selbst der stärkste Gegner ist verwundbar – du musst nur wissen, wo

Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …


Viel Geballer und wenig Gefühl.
 


Ich las dieses Buch in Erwartung auf eine echte Superheldenwelt zu treffen. Was mich stattdessen erwartete, war tatsächlich ein wenig enttäuschend. Die Ära der geheimnisvollen Kräfte ist leider nicht immer so genau beschrieben wie man sie sonst aus dem Marvel oder DC Universum kennt und genau daran habe ich mich vielleicht zu sehr angelehnt, weil die meisten bekannten Helden eben daher kommen. Es stört mich nicht einmal so sehr, dass alle übernatürlichen Epics bösartig sein sollen. Vielmehr ist die Untergrundbewegung und deren Widerstand Hauptthema, was zuweilen manchmal ein wenig gezogen und uninteressant erscheinen kann. Und so fragte ich mich nach einer Weile: Wo ist die Sicht der Epics?
Es besteht kein Zweifel, dass es viel Geballer und Aufstand um die falschen Helden gibt, aber die fehlende Tiefe in allem lässt den Großteil des Geschehens nicht ganz so verlockend auf mich wirken. Es gibt wirklich nur das eine Thema: Wie können die Rebellen den herrschenden Epic vernichten? Sonstige Gespräche zwischen den Charakteren kommen da schon fast zu kurz. Selbst wenn es öfter mal nur eben ein Wortwechsel über das Wetter gewesen wäre, hätte mich das schon gefreut. Der Leser erfährt hier selten etwas über die Vergangenheiten der doch interessanten Mitspieler.
Bei den Charakteren hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist. Das Zusammenspiel hat nicht immer gepasst und am Ende lag ich wohl gar nicht mal so falsch. Ein Lob muss ich aber der Individualitäten des Grüppchens aussprechen, denn diese heben sich stark hervor. Cody zum Beispiel scheint stets Schotte, Franzose und Australier zugleich zu sein. Er nimmt die Leute gerne auf den Arm und hält in schwierigen Zeiten die Stimmung oben. Genau das ist es, was dieser Geschichte fehlt. Nicht so ernste Gesellen und in ruhigen Zeiten lockere Stimmungen.
All das Gerede über Waffen und Schutztechniken sickerte nur so durch meinen Lesespeicher hindurch. Das liegt allerdings nicht an meinem Geschlecht. Auch als Mädchen genieße ich hin und wieder die große Action. Wenn allerdings zu viel Erklärungsbedarf zur trockenen Theorie besteht, kann mir wohl keiner verübeln, dass ich anfangen muss zu gähnen. Ob hier zu technisch an die Sache herangegangen wurde? Entgegen meiner Erwartungen wurde das Superversum also doch eher zu einem verdeckten Spiel ohne viel bekannte Magicpower.


Für mich ist Steelheart ein weiterer Reihenauftakt, der als lange Einleitung dient und weniger hergibt, als er könnte. Es fehlen viele warme Stellen, welche die Figuren charakteristisch attraktiver machen könnten. Nichtsdestotrotz hat das Buch einen gewissen Unterhaltungswert und ist womöglich nur die Ankündigung eines größeren Abenteuers. Es geht auf jeden Fall weiter und das zum Schluss aufgedeckte und äußerst überraschende Geheimnis gab nochmal den nötigen Schuss, um am Ball zu bleiben.




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✒ [Rezi] Steelheart | Brandon Sanderson

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